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Für und wider ein bevorzugtes Bezugssystem

Da die Bohmsche Theorie im relativistischen Bereich ein bevorzugtes Bezugssystem erfordert, ist sie relevant in Diskussionen für und wieder die Einführung eines bevorzugten Bezugssystems. Für viele Anhänger der Relativitätstheorie ist dies ein entscheidendes Argument gegen die Bohmsche Mechanik. Betrachten wir die Frage inwieweit die Einführung einer bevorzugten Zeit mit dem Experiment kompatibel ist.

Im Bereich der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) ist die Einführung eines bevorzugten Bezugssystems problemlos. Sie bedeutet eine Rückkehr zur Lorentzschen Äthertheorie, einer Theorie, die (mit Ausnahme der Situation mit der Bellschen Ungleichung) dieselben Voraussagen macht wie die spezielle Relativitätstheorie.

Im Bereich der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) gibt es gleichfalls Alternativen, in denen es einen Hintergrund als versteckte Variable gibt. So betrachten Feynman und Deser masselose Spin 2 Teilchen auf dem Hintergrund einer Minkowski-Metrik und erhalten für dieses Teilchen die Feldgleichungen der ART. Den in dieser Theorie vorhandenen versteckten Minkowski-Hintergrund kann man wie in der SRT problemlos mit einem bevorzugten Bezugssystem verbinden.

Empirisch spricht somit nichts gegen die Einführung eines bevorzugten Bezugssystems. Vom Standpunkt des empirischen Gehalts kann man Theorien mit flachem Hintergrund und bevorzugter Zeit der ART sogar vorziehen, da sie z.B. durch Beobachtung nichttrivialer Topologien (Wurmlöcher) oder ohne globale Zeitkoordinate (z.B. mit kausalen Schleifen) falsifiziert werden kann, während die ART Lösungen mit nichttrivialer Topologie und kausalen Schleifen besitzt.

Die Bevorzugung von Theorien ohne bevorzugtes Bezugssystem beruht nicht auf empirischen Fakten, sondern auf einer rein metaphysisch begründeten Präferenz. Diese Präferenz beruht auf derselben Argumentation gegen versteckte Variable wie wir sie in der Diskussion zwischen nichtrelativistischer Bohmscher Mechanik und Quantenmechanik finden, und kann somit mit denselben Argumenten abgelehnt werden. Sie liefert somit kein unabhängiges Argument gegen die Bohmsche Mechanik.



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