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Zusammenfassung

Die Bohmsche Theorie ist eine Theorie, die dieselben experimentellen Voraussagen macht wie die Quantenmechanik, andererseits jedoch eine konzeptionell einfache, klassische, realistische und sogar deterministische Theorie ist.

Ihr mathematischer Apparat ist extrem einfach und hängt nicht von den Details der konkreten Quantentheorie ab. Er besteht aus der Schrödingergleichung der jeweiligen Quantentheorie selbst und einer Leitgleichung, die man auf einfache Weise aus der Gleichung für den Wahrscheinlichkeitsfluß der jeweiligen Quantentheorie erhalten kann.

Ihr Hauptverdienst ist es, daß sie ein explizites Beispiel für die Existenz einer klassisch-realistischen, deterministischen Theorie ist und damit Thesen von der Unmöglichkeit solcher Theorien ad absurdum führt. Damit ist erwiesen, daß die Ablehnung des klassischen Determinismus und Realismus eine metaphysische Entscheidung ist und keinerlei Notwendigkeit.

Das Hauptargument gegen die Bohmsche Mechanik ist, daß ihre fundamentale Symmetriegruppe eine ganz andere ist als die beobachtete. Dies ist, wohlgemerkt, kein Argument welches die Nichtübereinstimmung mit dem Experiment betrifft - diese Übereinstimmung ist gegeben. Es ist ein rein metaphysisches, methodologisches Argument - das Argument, daß wir eine Theorie mit größerer Symmetrie vorziehen sollten. Nur wegen einer größeren Symmetrie jedoch auf viel fundamentalere Prinzipien, insbesondere den klassischen Realismus, zu verzichten, scheint kaum angemessen.

Hier besteht ein Konflikt zwischen verschiedenen methodologischen Prinzipien - einerseits klassischer Realismus und Determinismus, andererseits relativistische Symmetrieargumentation. Dieser Konflikt ist, wie die Verletzung der Bellschen Ungleichung zeigt, unvermeidlich: eine Theorie kann nicht gleichzeitig klassisch-realistisch und Einstein-kausal sein und mit dem Experiment übereinstimmen. Die Bohmsche Theorie zeigt jedoch, daß es eine einfache klassisch-realistische Alternative gibt.



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