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Wir versuchen nun die durch Abb. 1 angedeutete Möglichkeit der
Teilchenoszillation ohne Zuhilfenahme eines bestimmten Modells, also allein
aufgrund des quantenmechanischen Formlismus' zu verstehen.
Betrachten wir dazu zunächst einfach ein instabiles Teilchen, z.B. ein
. Wir interessieren uns jetzt nur für dieses Pion und nicht für
seine Zerfallsprodukte. Zur Zeit
liege ein Pion vor, d.h. der normierte
Zustandsvektor des Pions ist zur Zeit
 |
(4) |
Da das Pion in andere Teilchen zerfällt, kann die Zeitentwicklung dieses
Zustandes nicht unitär sein, d.h. im Schrödingerbild ist der
Zustandsvektor der unzerfallenen Pionen zu einem späteren Zeitpunkt
ist durch
![$\displaystyle \ket{\psi,t}=\exp \left [-\ii \left (m_{\pi} -\frac{\ii}{2} \Gamma_{\pi} \right ) t\right] \ket{\psi,t}$](img25.png) |
(5) |
gegeben2. Hierin ist
MeV die
Masse des Pions und
seine totale Zerfallsbreite. Die
Wahrscheinlichkeit, das Pion nach der Zeit
noch zu finden, ist dann
 |
(6) |
Bei den Kaonen verhält es sich etwas komplizierter, da nach den obigen
Überlegungen auch Übergänge von Kaonen zu Antikaonen möglich sind. Das
bedeutet, daß der Schrödingerbild-Zustandsvektor im gemeinsamen Zustandsraum
von Kaonen und Antikaonen anzusetzen ist, also eine beliebige
Superposition aus Kaonen- und Antikaonenzuständen sein muß:
 |
(7) |
Wegen
sind die
Wahrscheinlichkeiten, ein Kaon bzw. Antikaon anzutreffen:
bzw.  |
(8) |
Wie beim Zerfall eines einzelnen Teilchens kann man die Zeitentwicklung des
Kaonenzustands (7) näherungsweise durch eine nicht unitäre
Zeitentwicklung beschreiben. Dies tun wir am bequemsten als
Zeitentwicklung für die Amplituden, die wir zu
-Spaltenvektoren
zusammenfassen:
 |
(9) |
wobei
eine nichthermitesche
-Matrix
ist. Sie läßt sich freilich wie folgt durch hermitesche Matrizen
ausdrücken:
mit  |
(10) |
Um die nichtunitäre Zeitentwicklungsmatrix in (9) berechnen
zu können, müssen wir
diagonalisieren. Die Eigenwerte sind
komplex. Wir schreiben für die Eigenwerte
bzw.
 |
(11) |
wobei
und
komplexe Zahlen mit negativen Imaginärteilen sind:
mit  |
(12) |
Da
diag
mit einer
i.a. nicht unitären Matrix
ist, gilt i.a.
. Wir legen diese beiden
Zustände durch Normierung und geeignete Phasenwahl so fest, daß das
ist:
 |
(13) |
Die
-Eigenzustandsvektoren sind nun zwar nicht orthogonal,
aber sie bilden immer noch eine Basis des Zweizustandssystems, d.h. wir
können schreiben
 |
(14) |
Wegen (9), (11) und (12) ist die Zeitentwicklung eines
allgemeinen Anfangszustandes für das
-
-System also durch
![$\displaystyle \ket{\psi,t}=\exp \left [-\ii \left (m_s - \frac{\ii}{2} \Gamma_s...
... [-\ii \left (m_l - \frac{\ii}{2} \Gamma_l \right) t \right ]\ket{\mathrm{K}_l}$](img54.png) |
(15) |
gegeben.
Ein rein exponentieller Zerfall liegt nur dann vor, wenn entweder
und
oder
und
ist, also zur Zeit
ein reiner
-Eigenzustand vorliegt. Die Zerfallskonstanten sind
und
. Wir setzen obdA.
, wobei dann
und
für ,,short'' und ,,long'' stehen, d.h. das Kaon bzw. Antikaon
istdie Superposition eines längerlebigen und eines kürzerlebigen Anteils.
Man nennt die entsprechenden Zustände im Teilchenphysikerslang ,,K-long''
und ,,K-short''.
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