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Was ist das Aspect-Experiment?
1981 veröffentlichten [AGR81] einen Artikel über eine
experimentelle Überprüfung der Bellschen Ungleichung (vgl.
[AGR82,ADR82]). Sie benutzten dabei eine
Reformulierung derselben, die bereits von [CHSH69]
ausgearbeitet worden war und in der nicht Wahrscheinlichkeiten,
sondern wirklich die Zählraten von Photodetektoren verwendet werden.
Im Experiment werden von einer Kr-Laser-gepumpten Ca-Ionen-Quelle zwei
Photonen in entgegengesetzte Richtung emittiert, deren
Polarisationsrichtung korreliert ist. Diese Photonen treffen nun auf
je einen drehbaren Polarisationsfilter und dahinter auf je einen
Photodetektor. Für diesen Aufbau lautet die verallgemeinerte
Bellsche Ungleichung:
![\begin{displaymath}
-1 \leq S = \frac{1}{R_0}\left[
R(\vec{a},\vec{b})-R(\vec{...
...+R(\vec{a'},\vec{b'})-R_1(\vec{a'})-R_2(\vec{b})\leq0
\right]
\end{displaymath}](img83.gif) |
(3) |
Hier sind die
einfach die Koinzidenzraten beider
Photomultiplier (also die Häufigkeit (in 1/sec) mit der beide
Detektoren gleichzeitig je ein Photon detektieren), wenn die beiden
Polarisationsfilter auf die Winkel
und
eingestellt
sind.
ist die Koinzidenzrate, wenn der erste Polfilter
auf den Winkel
eingestellt und der andere Polfilter
entfernt wurde,
analog die Koinzidenzrate, wenn der
erste Polfilter entfernt und der zweite auf dn Winkel
eingestellt wurde. R0 schließlich ist die Koinzidenzrate ohne beide
Filter. Die genaue Herleitung von Gleichung (3)
ist in [CHSH69] zu finden.
Das Experiment wurde nun folgendermaßen durchgeführt: Zunächst wurden
die Koinzidenzraten ohne Polfilter, R0, und mit je einem Polfilter
gemessen, anschließend mit beiden Polfiltern in den jeweils gewählten
Einstellungen, und schließlich wurden daraus die Größen S und
bestimmt, mit
wobei
und
Abkürzungen für die
Winkeleinstellungen in Abbildung 6 sind, und die
enstprechende Bellsche Ungleichung für
lautet:
Die Koinzidenzraten R wurden nun jeweils über mehrere Meßperioden
von jeweils 100 Sekunden gemessen (dabei wurde durch häufige Messungen
von R0 verifiziert, daß die Photonenquelle eine stabile
Emissionsrate hatte), und schließlich einfach in die Gleichungen für
S und
eingesetzt. Da jeweils die Ergebnisse aus mehreren
Meßperioden zur Verfügung standen, konnte mit Standardmethoden auch
jeweils eine Angabe über die statistische Signifikanz der Ergebnisse
gemacht werden.
[AGR81] maßen:
In einer lokal realistischen Welt sollten, wie oben dargelegt, beide
Zahlen kleiner als null sein. Beide Ungleichungen werden jedoch vom
Experiment um 13 resp. 9 Standardabweichungen verletzt. Die
Quantenmechanik hingegen sagt für die beiden Größen folgende Werte
voraus (die detaillierten Rechnungen sind ebenfalls in
[AGR81] und [CHSH69]) zu finden:
In die quantenmechanischen Rechnungen gehen Parameter der Meßapparatur
ein, deren Bestimmung fehlerbehaftet ist, deshalb sind die Vorhersagen
ebenfalls mit einem statistischen Fehler behaftet. Die Schlußfolgerung
der Autoren lautet:
,,[O]ur results, in excellent agreement with quantum mechanics
predictions, are to a high statistical accuracy a strong evidence
against the whole class of realistic local theories.``
[AGR81]
Ähnliche Experimente wurden an diesem und an anderen Systemen mehrfach
durchgeführt. Eine hervorragende Zusammenfassung gibt
[DK88] und eine ausgezeichnete Diskussion der ganzen
Angelegenheit gibt [Pri81].
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