Bei genauerer Analyse zeigt die Theorie jedoch rasch Schwachstellen:
Ein Beispiel: molekularer Wasserstoff, H2, kommt in zwei, sich durch ihre Spinkonfiguration unterscheidenden Formen, ortho- und para-Wasserstoff, vor. Para-Wasserstoff, in dem, salopp gesagt, die Kernspins der beiden Protonen entgegengesetzt ausgerichtet sind, ist energetisch günstiger, dafür gibt es drei Möglichkeiten, die Kernspins so auszurichten, daß ortho-Wasserstoff entsteht (der Fachausdruck lautet: ortho-Wasserstoff hat die Multiplizität 3). Das hat zur Folge, daß bei Temperaturen in der Nähe von 0 K Wasserstoff fast ausschließlich in der energetisch günstigeren para-Form vorliegt, bei Raumtemperatur jedoch zu 75% als ortho-Wasserstoff. Das Phänomen ist in der herkömmlichen Quantenmechanik wohlverstanden und eine direkte Folge der Tatsache, daß die Atomkerne des Wasserstoffs Fermionen sind. Eine Beschreibung dieses elementaren Phänomens im Rahmen der Bohmschen Theorie steht noch aus; sie wäre aber Voraussetzung dafür, die Bohmsche Theorie zu einer eigentlichen Theorie der Materie zu erweitern. Ohne eine solche Erweiterung jedoch ist die Bohmsche Theorie der üblichen Quantenmechanik bereits im Popperschen Sinne unterlegen [Pop84]: modernere metatheoretische Betrachtungen erübrigen sich dann sogar.