Bis jetzt haben wir nur Tangentialvektoren, dazu duale Vektoren und
Tensoren an einem gegebenen Punkt
der Mannigfaltigkeit
betrachtet. Es ist klar, daß wir jetzt auch die
Differenzierbarkeitseigenschaften der Mannigfaltigkeiten ausnutzen
wollen, sonst hätten wir uns ja der Mühe, eine
Differenzierbarkeitsstruktur zu definieren, nicht zu unterziehen
brauchen. Dazu müssen wir natürliche interessante Objekte
definieren, die sich differenzieren lassen. Die Tensoren, die wir
soeben definiert und in einigen ihrer wesentlichen Eigenschaften
beschrieben haben, eignen sich dazu noch nicht ganz, denn sie sind nur
an einem Punkt definiert. Andererseits sind sie aber an jedem Punkt
der Mannigfaltigkeit definierbar, und wir haben vermöge der Karten
und der durch sie induzierten Koordinatenbasen bzw. -dualbasen
die lokalen Voraussetzungen, die allein ausreichen um differenzieren
zu können. Dazu definieren wir nun Tensorfelder wie folgt
Wir wollen diese Definition auch für den Fall
ausweiten und
unter einem Tensorfeld vom Rang
eine differenzierbare
Abbildung
verstehen, wobei
als
Mannigfaltigkeit definiert ist, die mit der kanonischen
Differenzierbarkeitsstruktur von
ausgestattet ist. Ein Tensorfeld
vom Rang
wird auch als Skalarfeld bezeichnet.
Wir bemerken dazu zunächst, daß diese Definition wieder
kartenunabhängig ist, weil die Definition der Verträglichkeit der
Karten untereinander sicherstellt, daß die geforderte
Differenzierbarkeit der Tensorkomponenten bzgl. einer Karte um
dieselbe Bedingung auch bzgl. jeder anderen Karte um
sicherstellt. Das ergibt sich sofort aus der Transformationsformel
für Tensorkomponenten und die Festlegung, daß die durch die Karten
induzierten Transformationen
-Diffeomorphismen sein
sollten.
Nunmehr läge es nahe, wild drauflos zu differenzieren und einfach die partiellen Ableitungen der Komponenten zusammen mit den Koordinatenbasen zu benutzen. Das hat den Nachteil, daß diese Prozedur i.a. keine neuen Tensorfelder erzeugt. Das kann der Leser leicht durch direkte Verwendung der Transformationsformel nachvollziehen! Damit besitzt eine solche Operation auch keine sinnvolle Bedeutung für die Strukturen auf der Mannigfaltigkeit.
Betrachten wir jedoch das
-Tensorfeld
. Sei nun
. Dann definieren wir mit Hilfe einer Karte
um
2:
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Bezeichnen wir jetzt
, wobei
eine
zu
verträgliche Karte um
ist, so finden wir
![]() |
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Ein sehr anschauliches Beispiel eines Skalarfeldes aus der Physik ist
das eines Temperaturfeldes. Jedem Punkt im Raum (der durch eine
Mannigfaltigkeit
beschrieben wird) wird die dort herrschende
Temperatur zugeordnet, und die Koordinaten, mit denen wir diesen Punkt
bezeichnen, ändert an der dort herrschenden Temperatur gar nicht. Die
Koordinaten dienen praktisch nur dazu, den Punkt in einer Karte (man
vergegenwärtige sich nochmals die sehr anschauliche Sprechweise der
Differentialgeometer) zu kennzeichnen.