Nun können wir uns der Integration widmen. Es ist klar, daß wir mittels
der lokalen Karten im Prinzip die Lebesgueintegration auf dem
zur Verfügung haben. Es ergeben sich nur zwei Probleme. Das erste ist,
daß wir koordinatenunabhängige Definitionen für die Integrale
benötigen, damit es überhaupt sinnvoll ist, von Integrationen auf
Mannigfaltigkeiten zu sprechen. Zum zweiten wollen wir die zunächst nur
lokal definierten Integrale auf beliebig große Teilmannigfaltigkeiten und
gar die gesamte Mannigfaltigkeit verallgemeinern.
Beweis: Definiert man rekursiv
und
. Q.E.D..
Beweis: Sei also
Zerlegungen von
in
meßbare Mengen und
orientierungserhaltende Karten
mit
. Ferner seien
bzgl. der neuen Zerlegung
definiert wie (49) bzgl. der ursprünglichen Zerlegung.
Über
Lebesgue-integrable Funktionen sind nun auch über jede
Lebesgue-meßbare Teilmenge des
integrabel, insbesondere also die
über
. Aus (50) und dem Satz
von Lebesgue folgt dann
Sei nun weiter
der Kartenwechsel und
die dazugehörige
Jacobideterminante. Dann ist für
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(54) |
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(55) |
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(56) |
| (57) |
Beweis: Sei zunächst
und
die
Koordinaten bzgl. eines beliebigen Koordinatensystems. Dann können wir
schreiben
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(59) |
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(60) |
| (61) |
| (62) |
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(63) |
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(64) |
Als nächstes betrachten wir den Fall, daß der Träger von
ganz
in einem einzelnen Kartengebiet
liegt. Die dazugehörige Karte
sei orientierungserhaltend, ebenso wie die Einschränkung auf
den Rand
.
Wir wollen nun vermöge der Abbildung
die Behauptung auf den
vorigen Fall, also
zurückführen. Dazu benötigen wir
| (65) |
Beweis: Wir führen einen Induktionsbeweis in
. Sei
eine lokale Karte um
. Da
Diffeomorphismus ist, ist auch
eine lokale Karte.
Sei nun
. Dann ist
eine differenzierbare
Funktion, und es gilt
. Nun gilt in den
lokalen Koordinaten
von
bzw.
von
:
| (67) |
Angenommen die Behauptung gelte für alle
. Dann gilt für
eine
-Form
auf
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(68) |
| (69) |
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(70) |
Kommen wir nun zum Beweis des Stokesschen Satzes zurück, wo wir nun
annehmen, daß
supp
ist, wobei
eine
Karte ist. Aus der eben bewiesenen Natürlichkeit von
folgt dann
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(71) |
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(72) |
Kommen wir nun zum allgemeinen Fall, wo es nicht unbedingt möglich sein
muß, daß man eine Karte findet, so daß der Träger von
ganz in
das einzelne Kartengebiet fällt. Wir führen diesen Fall jedoch dadurch
auf den letzteren zurück, indem wir zeigen, daß stets eine Zerlegung
möglich ist, so daß der Träger eines
jeden
in einem Kartengebiet liegt und die
allesamt
differenzierbar sind.
Zu jedem
supp
sei
eine
orientierungserhaltende Karte. Da die
eine Überdeckung der kompakten Menge
supp
mit offenen Mengen bilden, genügen schon endlich viele
supp
zur Überdeckung von
supp
. Zu jedem
können wir
nun eine Funktion
wählen, so daß
supp
und kompakt ist. Solche Funktionen existieren
stets, denn wir können eine ,,Mollifierfunktion''5 mit Träger in
nach
liften. Die Urbilder des Intervalls
dieser Funktionen
überdecken wiederum
supp
, und durch
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(73) |
Wir wollen zur Ergänzung noch die in der Analysis auch sonst sehr nützliche Mollifierfunktion definieren. Zunächst sei
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(74) |
| (75) |
Die Mollifierfunktion ist anschaulich gesprochen deshalb so wichtig, weil
sie zeigt, daß es positiv semidefinite
-Funktionen mit
beliebig kleinem Träger gibt. Man braucht sie u.a. auch zum Beweis des
Fundamentallemmas der Variationsrechnung.
Wir verlassen nun die allgemeinen Mannigfaltigkeiten und wenden uns solchen mit Zusatzstrukturen zu.