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Bis jetzt haben wir zu jedem Punkt
der Mannigfaltigkeit
nur
den Tangentialraum
und den dazugehörigen Kotangentialraum
definiert. Weitere natürliche Strukturen waren dann die Tensoren und die
Formen. Als die einzige Möglichkeit, unabhängig von den durch Karten
gegebenen lokalen Koordinaten Ableitungen und Integrale von diversen
Tensorfeldern zu bilden, haben wir die alternierenden Differentialformen
gefunden.
Jetzt wenden wir uns der Möglichkeit zu, Vektoren aus verschiedenen
Tangentialräumen dadurch miteinander in Zusammenhang zu bringen, daß wir
einen gegebenen Vektor in
derart nach
, wo
ein ,,in
der Nähe von
'' gelegener Punkt sein soll, transportieren, daß der
Differenzenquotient unabhängig von den verwendeten Karten wird. Diesen
Differenzenquotient nennen wir dann kovariante Ableitung des
Vektorfeldes. Wir wollen diese Idee dann auf Tensoren höheren Ranges
sowie auf
-Formen und gemischte
-Tensoren erweitern.
Um eine geometrische Idee zu gewinnen, wie ein solches Konstrukt wohl zu
definieren sei, vergegenwärtigen wir uns die Situation im affinen Raum
. Dort können wir eine beliebige Menge von linear unabhängigen
Vektoren
durch Parallelverschiebung an
vom Punkt
jeden Ort transportieren, und Vektorfelder einfach
komponentenweise ableiten. Die Konstrukte
bilden dann
die Komponenten eines
-Feldes, das wir als kovariante
Ableitung bezeichnen dürfen. Dies ist aber nur möglich, weil die
Basisvektoren sowie die dazugehörigen Kotangentialvektoren unabhängig von
definiert sind. Es ist klar, wie diese Konstruktion auf Tensorprodukte
und damit auf beliebige Tensoren zu erweitern ist, nämlich durch dieProduktregel. Ansonsten ist diese Differentiation linear.
In einem allgemeinen Raum haben wir diese geometrischen Möglichkeiten
nicht, und wir müssen eine Schar von Basisvektoren
und die dazugehörige Dualbasis
auszeichnen. Damit wir ohne Probleme
differenzieren können, müssen die Tangentialbasis- und
Kotangentialbasisvektoren differenzierbar sein. Wir nennen solche Basen
kurz
-Bein-System.
Sei also ein solches
-Bein-System vorgegeben. Wir wollen nun
definieren, wie
entlang einem Vektor
parallel zu
verschieben sei, indem wir zunächst den Operator
vermöge einer
beliebigen Schar
von
-Feldern gemäß
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(76) |
definieren. Die Parallelverschiebung des Basisvektors entlang des Vektors
ergibt sich dann durch Anwenden dieser Form auf
:
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(77) |
Um nun die Produktregel, deren Gültigkeit wir ja für die kovariante
Ableitung definitionsgemäß voraussetzen wollen, auf ein beliebiges
Vektorfeld anwenden zu können, müssen wir noch definieren, daß für ein
Skalarfeld, also eine Nullform
gelten soll
. Dann haben wir
 |
(78) |
Von jetzt an arbeiten wir in der holonomen Basis bzw. Kobasis einer lokalen
Karte, für die
 |
(79) |
gilt. Aus dieser expliziten Darstellung der Komponenten der covarianten
Ableitung
läßt sich
leicht das Transformationsverhalten der Konnexionskoeffizienten
bzgl. Koordinatenbasen herleiten. Die
müssen ja die
Komponenten eines Tensors vom Range
sein, d.h.
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(80) |
Andererseits ist
![$\displaystyle \partial'_{k'} {v'}^{j'}=\frac{\partial q^k}{\partial {q'}^{k'}} ...
...rtial q^j} + v^i \frac{\partial^2{q'}^{j'}}{\partial q^i \partial q^k} \right].$](img483.png) |
(81) |
Vergleicht man die beiden letzten Gleichungen, erhält man folgenden
Zusammenhang zwischen den Konnexionskoeffizienten in den verschiedenen
lokalen Koordinaten:
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(82) |
Anwendung der inversen Jacobimatrizen der rechten Seite ergibt dann
schließlich
 |
(83) |
Die Konnexionskoeffizienten transformieren sich also nicht wie
Tensorkomponenten der Stufe
, wie man aus der Indexstellung
vermuten würde. Vielmehr transformieren sie sich inhomogen. Der
inhomogene Term kompensiert gerade das entsprechende Fehlen der
Tensoreigenschaft der partiellen Ableitungen
, welches wir
im folgenden dem Lehrbuchgebrauch folgend auch häufig als
schreiben werden.
Da die partiellen zweiten Ableitungen miteinander vertauschen, bildet die
Antisymmetrisierung der Konnexionskoeffizienten bzgl. des Indexpaares
Komponenten eines Tensorfeldes der Stufe
, welches man
als Torsionstensorfeld der Mannigfaltigkeit mit Torsion bezeichnet:
![$\displaystyle {T^i}_{jk}:=2 {L^i}_{[jk]} = {L^i}_{jk}-{L^i}_{kj}.$](img490.png) |
(84) |
In dem Falle, daß die Konnexionskoeffizienten bzgl. einer (und damit
jeder) Koordinatenbasis bzgl. der unteren Indizes symmetrisch sind,
bezeichnet man die Konnexion bzw. die Mannigfaltigkeit mit Konnexion alstorsionsfrei.
Wir wollen noch kurz auf die geometrische Bedeutung der Konnexion
eingehen. Der Grund, warum die partiellen Ableitungen der Vektorkomponenten
keinen Tensor bilden, ist ja darauf zurückzuführen, daß die
Differenzenbildung an verschiedenen Punkten der Mannigfaltigkeit erfolgt.
Sei
eine lokale Karte um
mit den lokalen Koordinaten
und
ein Vektorfeld in lokalen Koordinaten. Damit wir eine
koordinatenunabhängige Differenz zwischen
und
bilden
können, müssen wir die Vektoren voneinander abziehen. Die Komponenten des
Vektors beziehen sich aber auf die verschiedenen Koordinatenbasen an den
verschiedenen Punkten, die durch die lokalen Koordinaten
bzw.
parametrisiert sind. Die Änderung der Komponenten aufgrund der
Parallelverschiebung ist gerade durch
gegeben. Die
sind willkürlich wählbar und definieren, was
Parallelverschiebung bzgl. lokaler Koordinatenbasen konkret zu bedeuten
hat. Die einzige Forderung ist, daß die Konnexionskoeffizienten
Funktionen bzgl. der lokalen Koordinaten sind und sich gemäß
(83) unter Kartenwechseln transformieren.
Zusammen mit der Forderung nach Verträglichkeit der kovarianten Ableitung
mit der Differentialbildung für Nullformen ergeben sich die Rechenregeln
für andere Tensorkomponenten als kontravariante Vektorkomponenten. Leiten
wir als Beispiel die kovariante Ableitung einer
-Form her. Wir fragen
also, wie sich die Komponenten
einer Form
transformieren. Es muß gelten:
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(85) |
Wendet man im vorletzten Term 79 an und löst nach
auf, erhält man6
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(86) |
also für die Komponenten der kovarianten Ableitung
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(87) |
die per constructionem die Komponenten eines
-Tensors
bilden. Aus dieser Gleichung folgt noch
![$\displaystyle \D_{[k} \omega_{j]} = \partial_k \omega_j-\partial_j \omega_k - \omega_i {T^{i}}_{jk},$](img505.png) |
(88) |
wobei wir uns der Definition (84) des Torsionstensors
bedient haben. Dies macht die spezielle Bedeutung der torsionsfreien
Konnexionen deutlich: Genau für diese Räume gehen durch Antisymmetrisieren
die kovarianten Ableitungen von Formen in die Cartanableitung des Kalküls
der alternierenden Differentialformen über.
Jetzt können wir per Produktregel die kovariante Ableitung für beliebige
Tensoren bestimmen. Dazu benötigen wir nur die Vorschriften zur
kovarianten Ableitung der Koordinatenbasis und -kobasis, die aus den
allgemeinen Vorschriften (79) und (87) folgen:
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(89) |
Damit folgt z.B. die kovariante Ableitung eines Tensorfeldes
der Stufe
:
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(90) |
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