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Wir weichen nun etwas von der Chronologie ab und bringen eine Reihe von
Sätzen, die schon vor Newtons Entdeckung vom deutschen Astronom Johannes
Kepler (1571-1630) gefunden wurden. Es
handelt sich um die Kepler'schen Gesetze zur Beschreibung von
Planetenbahnen [7, S. 7-2]:
- Die Bahn jedes Planeten um die Sonne ist eine Ellipse, wobei in einem
ihrer Brennpunkte die Sonne steht.
- Der Radiusvektor von der Sonne zum Planeten überstreicht in gleichen
Zeitabschnitten gleiche Flächen.
- Die Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten sind direkt proportional
zur dritten Potenz der großen Halbachsen ihrer jeweiligen Umlaufbahnen.
Diese drei Regeln beschreiben die Bahnen der um die Sonne bzw. die Erde
orbitierenden Himmelskörper recht gut. Erst mit modernen Beobachtungsmethoden
konnten Abweichungen (z. B. die Periheldrehung beim Merkur) festgestellt
werden.
Die Kepler'schen Gesetze waren damit die erste Theorie zur Beschreibung der
Gravitation. Sie sind zwar für die rechnerische Problemlösung hervorragend
geeignet, vom theoretischen Standpunkt her sind sie jedoch unzureichend:
- Die Kepler'schen Gesetze beschreiben nur die Auswirkungen der Gravitation
auf Planeten in ihren Umlaufbahnen. Für die Beschreibung der gravitativen
Effekte auf der Erde sind sie ungeeignet.
- Die Gesetze Keplers lassen kein übergeordnetes Prinzip erkennen; sie
erscheinen mehr oder weniger willkürlich.
In diesem Zusammenhang ist auch unser Abweichen von der Chronologie zu
erklären: Die Newton'schen Axiome wurden im Kontext der Galilei-Invarianz
betrachtet, Newtons Gravitationsgesetz soll hingegen als Erweiterung der
Kepler'schen Gesetze eingeführt werden.
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