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Die Spezielle Relativitätstheorie
Albert Einstein (1879-1955) war der Erste, der erkannte, dass das neuartige
Transformationsverhalten der Maxwell-Gleichungen gravierende Auswirkungen auf
die Vorstellung von Raum und Zeit hat. In der Arbeit Zur Elektrodynamik
bewegter Körper veröffentlichte er 1905 seine
Spezielle Relativitätstheorie [16, S. 231].
Ihr grundlegendes Postulat war die universelle Konstanz der
Lichtgeschwindigkeit in allen Bezugssystemen. Er erhielt aus diesem Postulat
und der Annahme, dass alle Beobachter in Inertialsystemen gleichwertig sind,
die Lorentz-Transformation. Dies war nichts Neues; neu war jedoch, dass
Einstein die oben bereits angesprochenen Konsequenzen der
Lorentz-Transformation nicht bloß als mathematische Kuriosität abtat, sondern
sie im Gegenteil als fundamentale Eigenschaft des physikalisch-realen Raumes
betrachtete.
Mit Einsteins Theorie war damit natürlich die Vorstellung einer absoluten Zeit,
die unabhängig vom Raum existiert, dahin. Es musste stattdessen die Zeit in den
Raum als zusätzliche Koordinate mit einbezogen werden. Man erhielt damit die
vierdimensionale Raumzeit, die keine klare Trennung von Raum und Zeit
mehr ermöglicht.
Einsteins Theorie beschreibt die Geometrie der Raumzeit. Die
Lorentz-Transformation wird zur grundlegenden Eigenschaft der Raumzeit.
Einige Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind, um nur eine kleine Auswahl
zu geben:
- Die Lichtgeschwindigkeit ist eine obere Grenzgeschwindigkeit.
Kein massiver Körper kann sie erreichen oder sich gar schneller bewegen.
- Es existiert keine universelle Gleichzeitigkeit mehr. Ereignisse, die
ein Beobachter als gleichzeitig wahrnimmt, erscheinen anderen Beobachtern
zeitlich getrennt.
- Geschwindigkeiten können nicht mehr einfach addiert werden: Ein Körper,
der sich relativ zu Beobachter
mit
in positive
-Richtung
bewegt, wobei sich
wiederum mit
in positive
-Richtung relativ
zu Beobachter
bewegt, erscheint für
nicht mit
, sondern
lediglich mit ungefähr
in positive
-Richtung bewegt.
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