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Die Allgemeine Relativitätstheorie war vor allem deswegen so revolutionär, weil
sie ein völlig neues Verständnis von Raum und Zeit postulierte. War der
physikalische Raum bisher euklidisch (in der Newton'schen Mechanik) oder
zumindest flach (in der Speziellen Relativitätstheorie), werden in der ART
(fast) beliebige gekrümmte Räume zugelassen, die heutzutage mathematisch als
differenzierbare Mannigfaltigkeiten beschrieben werden. Ein wichtiges Konzept
in der ART ist die Invarianz bei beliebigen differenzierbaren
Koordinatentransformationen (allgemeine Kovarianz) [20, S. 89];
jeder Beobachter ist also gleichberechtigt. Dies stellt nochmal eine bedeutende
Verallgemeinerung gegenüber den vorherigen Theorien dar, wo nur Beobachter in
Inertialsystemen gleichberechtigt waren. Mit der ART kann man z. B. direkt
beschreiben, wie ein sich drehender Beobachter Bewegungen von Körpern
wahrnimmt. In der Newton'schen Theorie mussten dazu erst die Resultate für
einen unbeschleunigten Beobachter ermittelt werden und diese anschließend ins
beschleunigte System transformiert werden.
Im Folgenden soll beschrieben werden, wie die ART die Raumzeit und die ihre
Struktur beschreibt, und auf welche Weise damit die Eigenschaften der
Gravitation aus Abschnitt 1.2 umgesetzt werden. Wir werden sehen,
dass durch den Formalismus der Differentialgeometrie die Erfüllung der
Eigenschaften sehr einfach ist.
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