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Massive Körper bewegen sich stets auf zeitartigen Kurven durch die Raumzeit,
masselose auf lichtartigen. Bei der Abwesenheit von externen Feldern und
vernachlässigbarer Ausdehnung der Körper sind dies stets Geodäten. Diese
Tatsache könnte man aus den Einstein'schen Feldgleichungen herleiten; wir
wollen sie hier einfach als zusätzliches Postulat einführen:
Postulat 3 (Geodätenhypothese)
Ein punktförmiges Objekt bewegt sich auf einer Geodäte durch die Raumzeit.
Massive Objekte bewegen sich dabei auf zeitartigen, masselose auf
lichtartigen Geodäten.
Um diese Geodätenhypothese trotzdem plausibel zu machen, wollen wir auf
eine Analogie mit der Newton'schen Theorie zurückgreifen: In der Newton'schen
Theorie geht man davon aus, dass sich Körper, auf die keine Kraft wirkt, auf
Geraden bewegen (siehe Abschnitt 2.2.2). Das Konzept der Geraden ist
jedoch nur im Newton'schen euklidischen Raum wohldefiniert.
In gekrümmten Räumen ist die einzig geometrisch sinnvolle Verallgemeinerung der
Geraden die lokal gerade Kurve, also die Geodäte.
Die Bewegungsgleichung der ART für kräftefreie Körper ist also
(3.28). In dieser Gleichung spielen die Christoffel-Symbole der
jeweiligen Metrik eine große Rolle. Deren Berechnung ist zwar manchmal etwas
aufwändig (siehe Anhang C), stellt uns aber meistens vor keine
größeren mathematischen Probleme (siehe Abschnitt 3.3). Damit
erhalten wir also ziemlich einfach Differentialgleichungen der Form
(3.28), deren exakte Lösung zwar meist schwierig ist, die aber
zumindest numerisch gut gelöst werden können. Eine solche numerische Lösung
führt auch das erstellte Simulationsprogramm durch (siehe Kapitel 7).
In der ART können natürlich auch Kräfte auftreten, obwohl sie für alle in
dieser Arbeit relevanten Fälle nicht benötigt werden, da die Gravitation an
sich ja keine Kraft ist. Wenn aber z. B. elektromagnetische Felder vorliegen,
müssen auch in der ART Kräfte eingeführt werden. Die Bewegungsgleichung eines
punktförmigen Körpers verändert sich dann von
zu
 |
(45) |
wenn
der Tangentialvektor der Bahn des Körpers,
seine Masse und
die auf ihn wirkende Kraft ist. Es ist klar, dass
nichts
weiter als die kovariante Beschleunigung des Körpers ist. Damit ist Gleichung
(4.4) die Verallgemeinerung des Newton'schen Bewegungsgesetzes
(2.1). Wir haben somit die Forderung des Äquivalenzprinzips (siehe
Abschnitte 1.2.2 und 4.1.2) erfüllt.
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