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Die Kerr-Lösung
Setzt man zunächst
und
so erhält man für die Kerr-Metrik [23, S. 313]
Die Kerr-Metrik repräsentiert Raumzeiten, die bezüglich einer Achse
Rotationssymmetrie aufweisen und stationär, d. h. zeitlich nicht veränderlich
sind. Dies ist in der Umgebung von rotierenden Masseobjekten der Fall. Die
Kerr-Metrik eignet sich besonders zur Beschreibung rotierender Schwarzer
Löcher. Die hier vorgestellte Version enthält auch die Möglichkeit, dass die
Zentralmasse geladen ist, kann also prinzipiell alle Schwarzen Löcher
beschreiben (siehe auch Abschnitt 5.2).
Auch in der Kerr-Metrik gibt es einen Ereignishorizont. Dieser liegt bei
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(48) |
Hat ein Körper den Ereignishorizont überquert, so steuert er nicht direkt auf
die Singularität bei
zu, sondern findet einen weiteren, inneren Horizont
bei
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vor. Hat der Körper auch diesen überquert, so wird er unaufhaltsam in die
Singularität stürzen. Dabei handelt es sich nicht um eine Punktsingularität wie
bei der Schwarzschild-Metrik, sondern um eine Ringsingularität.
Wenn
, gibt es keinen Ereignishorizont. In diesem Fall liegt
eine so genannte nackte Singularität vor. Die Kerr-Lösung repräsentiert
dann kein Schwarzes Loch7 [23, S. 315-316].
Ein weiteres Phänomen der Kerr-Lösung ist die so genannte Ergosphäre.
Dies ist derjenige Bereich der Raumzeit außerhalb des Ereignishorizonts, wo
das zur zeitlichen Symmetrie gehörende Killing'sche Vektorfeld
raumartig ist. Wie man bei
Betrachtung des Vorzeichens des
-Koeffizienten in (4.3.1.2)
erkennt, ist das für
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(50) |
der Fall. Die Ergosphäre ist graphisch in Abbildung 4.1 dargestellt.
Abbildung:
Die Ergosphäre eines Kerr-Loches. Die
durchgezogenen Linien bezeichnen den Ereignishorizont, die gestrichelten die
äußere Grenze der Ergosphäre.
ist die Rotationsachse (
) des
Schwarzen Loches [23, S. 319].
![\includegraphics[]{figures/kerr1.mps}](img265.png) |
|
![\includegraphics[]{figures/kerr2.mps}](img266.png) |
| Ansicht ,,von oben`` |
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Ansicht ,,von der Seite`` |
|
Ein Körper kann innerhalb der Ergosphäre nicht ruhen (in den Koordinaten der
Kerr-Metrik); würde er dies tun, so wäre
der Tangentialvektor seiner
Weltlinie und da
raumartig ist, würde sich der Körper mit
Überlichtgeschwindigkeit bewegen. Weitere Überlegungen zeigen, dass ein Körper
innerhalb der Ergosphäre immer in Richtung der Drehung des Schwarzen Loches um
die Drehachse des Schwarzen Lochs rotieren muss [23, S. 319].
Innerhalb der Ergosphäre ist es außerdem möglich, dass Körper negative Energie
besitzen. Damit ist es möglich, aus dem Schwarzen Loch Energie zu extrahieren:
Ein Körper der Energie
wird von außen in die Ergosphäre geschossen. Dort
zerlegt man ihn (z. B. durch eine Explosion) in zwei Teilkörper, von denen
einer die negative Energie
, der andere eine positive Energie
trägt, so dass
ist. Den Körper mit der Energie
lässt man
nun ins Loch fallen; der Körper mit der Energie
verlässt die Ergosphäre
wieder. Damit hat das Schwarze Loch Energie verloren, die der übrig gebliebene
Probekörper trägt. Dieser Prozess wurde 1969 von Roger Penrose entdeckt
[23, S. 324-325].
Die Kerr-Metrik hat noch viele weitere interessante Eigenschaften
[23, S. 312-337]. Ihre Christoffel-Symbole werden in Anhang
C berechnet.
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