Für die weitere Untersuchung greifen wir auf die Konjugation zurück, auf die wir bereits bei der Vorstellung von Normalteilern gestoßen sind. Sie wird sich als das Bindeglied zwischen Stabilisatorgruppen und Bahnpunkten erweisen. Wir beginnen mit ihrer Definition.
Die Konjugation ist ein Isomorphismus, denn
für
gilt
Wir betrachten ein Beispiel.
Es seien
als endlichdimensionaler
reeller Vektorraum und
.
operiere auf sich durch Konjugation.
Für zwei Abbildungen
bedeutet Konjugation
nichts anderes als
.
Wir benutzen die kanonische Basis
von
und nennen
die Koordinatisierungsabbildung für Vektoren
und jene für Abbildungen
.
Mit Hilfe von
wird jede Abbildung
mit
einer invertierbaren Matrix
,
ihrer Koordinatenmatrix bezüglich der kanonischen Basis, identifiziert,
und umgekehrt stammt jede invertierbare Matrix von einer
Abbildung
.
Bei einem Basiswechsel zur Basis
wird die Koordinatenmatrix
in die Koordinatenmatrix
transformiert.
Das geschieht mit den Transformationsmatrizen
und
.
Die Reihenfolge der Basen in der Notation ist von-nach.
Dieser Transformationsvorgang lautet explizit
Für das Studium von Bahnen mit Hilfe der Einpunkt-Stabilisatoren beobachtet man zunächst, daß die Stabilisatorgruppen der Punkte einer Bahn auseinander durch Konjugation hervorgehen. Genauer beschreibt diesen Sachverhalt das folgende
Beweis:
Es sei
.
Dann haben wir
Will man Operationen mit Hilfe von Einpunkt-Stabilisatoren (die ja Untergruppen sind) studieren, so reicht es aus, dies bis auf zueinander konjugierte Untergruppen zu tun. Das ist eine wesentliche Vereinfachung für die Klassifikation von Operationen. Als nächstes verbinden wir Nebenklassen von Einpunkt-Stabilisatoren mit Bahnpunkten und bekommen damit auch eine Aussage über die Kardinalität eines Orbits - durch rein gruppentheoretische Methoden.
Beweis:
Es seien
.
Diese liegen genau dann in derselben Faser, wenn
bzw.
also
, was
bedeutet,
und der erste Teil des Satzes ist gezeigt.
Der Satz von Lagrange liefert sofort die Kardinalitätsaussage.
Damit ist der ganze Satz bewiesen.