Vorbemerkung: Aus Gründen der Anschaulichkeit, habe ich weitgehend auf eine exakte mathematische Darstellung verzichtet. Ich verweise stattdessen auf die einschlägigen Lehrbücher.
Wie ist die Situation im Reellen?
Bekanntermaßen besitzt jede stetige Funktion
eine Stammfunktion, zum Beispiel die Integralfunktion:
Dabei spielt es keine Rolle, ob man den Riemannschen Integralbegriff oder das Lebesgue-Integral benutzt [FreiBus91] Seite 61. Zur Erinnerung:
Beim Riemannschen Integral benutzt man sog. ``Treppenfunktionen'' mit denen
die zu untersuchende Funktion approximiert wird. Dabei wird die
-Achse
gewissermaßen in Teile zerlegt.
Eine Funktion
ist dabei gerade dann
Riemann-integrierbar, wenn zu jedem
Treppenfunktionen
, (dabei ist
die
Menge aller Treppenfunktionen), existieren mit
und
Für eine genaue Abhandlung, siehe z.B. [For92] Seite 125ff.
Anders in der komplexen Ebene. Dort muß eine Funktion, die eine Stammfunktion hat, analytisch sein. Auch diesen Begriff will ich kurz erklären: Eine Funktion ist analytisch, wenn sie
Analytizität ist also eine wesentlich stärkere Forderung als die Stetigkeit.
Ein weiterer Unterschied ist, daß das komplexe Integral ein Kurvenintegral ist, welches von der Wahl der Verbindungskurve abhängt. Dies führt zum Begriff des ``Linienintegrals''.