Wir haben bereits festgestellt, daß komplexe Integrale ``Kurvenintegrale'' sind, das bedeutet, wir müssen zunächst einmal klären was eine Kurve im mathematischen Sinne ist.
Definition: Eine Kurve ist eine stetige Abbildung
eines kompakten reellen Intervalls in der komplexen Ebene.
So eine Kurve kann man natürlich beliebig konstruieren, deshalb fordern daß der Weg zumindest ``stückweise glatt'' sein soll. Was bedeutet ``glatt''? Nun, nichts weiter, als daß die Kurve stetig differenzierbar ist. Damit ist auch klar, was ``stückweise glatt'' bedeutet: Eine stückweise glatte Kurve ist also aus glatten Teilstücken
Einen geschlossenen Weg nennt man Schlinge. Hat diese Schlinge keine
Überkreuzung hat man es mit einer einfachen Schlinge zu tun. Der Weg gegen
den Uhrzeigersinn bezeichnet man als die positive Richtung. Bei der komplexen
Integration integriert man Funktionen entlang solcher Wege. Gelegentlich
ist es von Bedeutung, ob diese Wege verformbar sind. Dabei spielt die
topologische Struktur von Gebieten (G) in
eine Rolle.
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In einfach zusammenhängenden Gebieten können einfache Schlingen ineinander stetig überführt werden. Zwei Kurven, die bijektiv und stetig ineinander überführt werden können, heißen ``homotop''. Bisher haben wir noch nicht definiert was überhaupt ein Kurvenintegral ist. Dies soll nun nachgeholt werden.
Definition: Sei
eine glatte Kurve und
eine stetige Funktion. Dann ist
das Kurvenintegral von
entlang
.
Doch zunächst einmal genug der Theorie, wenden wir uns der Praxis zu. Um ein komplexes Integral berechnen zu können, muß die Kurve parametrisiert werden. Häufig gebraucht man dabei:
Ein Beispiel: Sei C ein Kreis mit dem Radius 5 um den Punkt 0. Berechne
Zunächst also einmal
mit
parametrisieren,
, dann ist
und
Dann ist