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Im folgenden soll die Quantisierung der Ladung bei Existenz
magnetischer Monopole unter Vermeidung des bisher benutzten Konzepts
des Strings hergeleitet werden.
Dazu betrachten wir einen im Ursprung eines kartesischen
Koordinatensystems (wir verwenden im folgenden den Dreierformalismus)
ruhenden magnetischen Monopol mit der magnetischen Ladung
. Wie
wir bereits in §2 im Anschluß an die diese Situation beschreibende
Gleichung (100) bemerkt haben, gilt wegen des Gaußschen Satzes
(wie bei der analogen Situation beim elektrischen Feld) für jedes
Volumen
, das den Monopol enthält:
 |
(178) |
Ein solches Feld kann nicht von einem in ganz
definierten,
singularitätenfreien Vektorpotential als Rotation dargestellt werden,
denn für ein solches Vektorpotential müßte gelten:
 |
(179) |
im Widerspruch zu (178).
Um dieses Problem zu umgehen (und die Einführung von singulären
Linien (Strings) zu vermeiden), nutzen wir die Eichfreiheit des
Vektorpotentials aus und definieren in zwei überlappenden Gebieten
und
, die gemeinsam den
überdecken,
Vektorpotentiale
und
, die sich gemäß
 |
(180) |
um den Gradienten eines Eichfeldes
unterscheiden. Wir verlangen
weiter, daß die Potentiale in ihrem Gebiet singularitätenfrei sind.
Aus diesen Forderungen können wir nun
und
bestimmen.
Entsprechend dem elektrostatischen Fall folgt aus Gl. (100),
daß das vom Monopol erzeugte Magnetfeld die Form
mit  |
(181) |
besitzt. Die Rotation schreibt sich in Kugelkoordinaten
![\begin{displaymath}\begin{split}\frac{g}{r^2} &= \frac{1}{r \sin \vartheta} \lef...
... - \frac{\partial A_r}{\partial \vartheta} \right]. \end{split}\end{displaymath}](img341.png) |
(182) |
Wir können nun wegen der Eichfreiheit des Potentials
verlangen, also
setzen. Damit folgt aus den beiden
letzten Gleichungen, daß
oder 0
sind. Wir versuchen nun den Ansatz
. Wir
werden sehen, daß dieser Ansatz eine einfache Kartierung des
,
d.h. die Wahl der Gebiete
und
, erlaubt. Aus der ersten
Gleichung von (182) ergibt sich mit diesem Ansatz die
Bestimmungsgleichung für
:
 |
(183) |
Als Lösung ergibt sich das Vektorpotential
![$\displaystyle \vec{A} = g\left [{\frac{k-\cos \vartheta }{r \sin \vartheta }} \right ]\hat{\varphi}$](img348.png) |
(184) |
mit einer Integrationskonstanten
, deren Wahl einer speziellen
Eichung entspricht. Die Wahl von
erlaubt es uns, je ein
Vektorpotential zu erhalten, das für
bzw.
singulär ist. Entsprechend wählen wir die Gebiete
und
so, daß
und
sowie die dazugehörigen
Vektorpotentiale wie folgt:
![$\displaystyle \vec{A}_{1} =g\left [{\frac{1-\cos \vartheta }{r\sin \vartheta }}...
...2} =-g\left [{\frac{1+\cos \vartheta }{r\sin \vartheta }} \right ]\hat{\varphi}$](img354.png) |
(185) |
Diese Gebiete besitzen die in Abb. 4 gezeigte Gestalt.
Abbildung:
Zur Wahl der Karten
und
zur Überdeckung des
und der entsprechenden zu einem im Ursprung des
Koordinatensystems ruhenden magnetischen Monopol gehörigen Vektorpotentiale
und
.
|
|
Das Eichfeld, das die beiden Vektorpotentiale im Überlappungsbereich
der beiden Regionen verbindet, ist damit zu wählen als:
 |
(186) |
Um nun zu unserem Ziel, der Quantisierung der elektrischen Ladung, zu
gelangen, betrachten wir das Verhalten der quantenmechanischen
Größen unter Eichtransformationen.
Der Hamiltonoperator für ein Teilchen der Ladung
im Feld des
Monopols lautet:
 |
(187) |
Eine Eichtransformation
darf die Physik nicht ändern, d.h. zwischen den Zuständen
des nichttransformierten und
des
transformierten Systems muß es eine unitäre Transformation
geben mit
 |
(188) |
Demgemäß transformiert sich der Hamiltonoperator unitär:
![$\displaystyle \hat{\epsilon}^\dagger \hat{H'} \hat{\epsilon} ={\frac{1}{2m}} \h...
...t{\epsilon}]^{2} = \frac{1}{2m} ( \vec{p} -{\frac{e}{c}}\vec{A} )^{2} =\hat{H}.$](img363.png) |
(189) |
Setzen wir nun
, so folgt:
 |
(190) |
Dabei wurde die Vertauschungsregel für Operatorfunktion von
mit dem
Impulsoperator
verwandt. Die unitäre Transformation ist also
durch die folgende (lokale) Phasentransformation gegeben:
![$\displaystyle \hat{\epsilon} =\exp \left [ -{\frac{i e}{\hbar c}}\chi (\vec{x} )\right ].$](img366.png) |
(191) |
Im Überlappungsbereich der beiden Karten des
transformieren
sich also die Zustandskets unter Anwendung von (186) gemäß
(191):
![$\displaystyle \hat{\epsilon} =\exp \left [ -{\frac{ie}{\hbar c}} \varphi (\vec{x} ) \right ]; \; \vert\psi_{2} \rangle =\hat{\epsilon} \vert\psi_{1} \rangle.$](img367.png) |
(192) |
Durchläuft man nun im Überlappungsbereich eine geschlossene Kurve um
die
-Achse (z.B. einen Kreis in der Ebene
)
-mal (
), so ändert sich
um
. Wegen
der Eindeutigkeit des Zustandskets im Überlappungsbereich muß aber für
diesen Fall
werden, d.h. die Phase muß ein
ganzzahliges Vielfaches von
sein:
![$\displaystyle \exp \left [ \frac{2 i g e }{\hbar c} 2\pi n \right] = 1 \Rightarrow \frac{2eg}{\hbar c} \in \Z$](img374.png) |
(193) |
Damit haben wir wieder die bereits in Abschnitt 4 hergeleitete
Quantisierung der elektrischen Ladung
bei gegebener Monopolstärke
gefunden.
Es soll hier nur bemerkt werden, daß das Konzept der Eichfelder ein
wichtiges Werkzeug in der Quantenfeldtheorie und der Theorie der
Elementarteilchen darstellt. Dabei werden allgemeine kompakte i.a.
nichtkommutative Eichgruppen und deren Algebren betrachtet. Die
Elektrodynamik stellt in diesem Sinne die spezielle Eichfeldtheorie
dar, die aus der Verwendung der U[1] (die isomorph zur mit der Menge
aller komplexen Zahlen vom Betrag 1 und der Multiplikation gebildeten
Kreisgruppe ist) als (abelsche=kommutative) Eichgruppe resultiert. Die
entsprechende quantisierte Theorie führt zur Quantenelektrodynamik.
Kompliziertere Gruppen führen zu anderen wichtigen Theorien, z.B. die
Gruppe U[1]
SU[2] zum Standardmodell der elektroschwachen
Wechselwirkung und die SU[3] zur Quantenchromodynamik.
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