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Die eben durchgeführte Betrachtung einer harmonischen äußeren Kraft
kann auch für die Untersuchung allgemeinerer äußerer Kräfte genutzt
werden, indem man sich der Fourierschen Methode der harmonischen
Analyse bedient. Hat man es mit beliebigen periodischen Kräften mit
Kreisfrequenz
zu tun, kann man die Funktion in eine
Fourier-Reihe entwickeln. Für nichtperiodische Vorgänge
kann man Fourier-Integrale verwenden. Wir fassen uns hier kurz
und verweisen für eine ausführlicherre Darstellung
auf [CH10].
Sei also durch
eine äußere periodische Kraft mit Periodendauer
gegeben. Dann können wir sie in eine Fourier-Reihe der
Form
 |
(1.2.50) |
Wegen
![$\displaystyle \int_{-T/2}^{T/2}\dd t \; \exp[-\ii (n-m) \omega t] = \begin{case...
...uad n=m \in \Z,\ 0 & \text{falls} \quad n \neq m, \quad n,m \in \Z \end{cases}$](img232.png) |
(1.2.51) |
ergeben sich die Fourier-Koeffizienten bei vorgegebenem
durch
 |
(1.2.52) |
Die stationäre Lösung der Bewegungsgleichung für eine solche
periodische Kraft ergibt sich dann durch Superposition aus
(1.2.49) in der Form
 |
(1.2.53) |
Für eine nichtperiodische Kraft können wir bei hinreichend schnellem Abfall im
zeitlich Unendlichen die Darstellung als Fourier-Integral verwenden:
 |
(1.2.54) |
Die entsprechende Umkehrung ist durch
 |
(1.2.55) |
gegeben (für Einzelheiten dazu s. wieder [CH10]). Dann
finden wir die stationäre Lösung wieder durch ,,Superposition`` der
Lösungen (1.2.49):
 |
(1.2.56) |
Schließlich gewinnen wir noch die Greensche Funktion mit Hilfe der
Fourier-Transformation. Wir gehen von der entsprechenden
Differentialgleichung (1.2.33) aus und stellen
durch
ihre Fourier-Transformierte
aus,
 |
(1.2.57) |
Dann benötigen wir noch die Darstellung der
-Distribution in
der Form
 |
(1.2.58) |
Setzen wir dies in (1.2.33) ein, erhalten wir
 |
(1.2.59) |
Damit ist also die Fourier-Transformierte der Green-Funktion durch eine
einfache algebraische Gleichung gegeben:
 |
(1.2.60) |
Um die Greensche Funktion
zu gewinnen, können wir bei der
Auswertung des Fourier-Integrals (1.2.57) den Residuensatz
anwenden. Dazu müssen wir den Integrationsweg, der ja ursprünglich
entlang reeller Werte für
führt, in der komplexen
-Ebene schließen. Aufgrund der Exponentialfunktion können wir
dies durch jeweils einen sehr großen Halbkreis, dessen Radius wir am
Ende der Rechnung gegen
geführt denken dürfen,
bewerkstelligen, wobei wir für
den Halbkreis in der oberen für
in der unteren Halbebene zu schließen haben, damit sein Beitrag
jeweils exponential gedämpft ist und im Unendlichen verschwindet. Da
(1.2.60) in der oberen
-Halbebene keine Pole besitzt,
denn es ist ja
, ist automatisch
für
.
Für
behandeln wir zunächst den Fall
(entsprechend dem Fall von Überdämpfung oder dem Schwingfall). Dann
haben wir zwei Pole erster Ordnung bei
 |
(1.2.61) |
Da der Integrationsweg im Uhrzeigersinn, also in mathematisch negativem
Sinn durchlaufen wird, müssen wir die Residuen des Integranden in
(1.2.57) mit
multiplizieren und aufaddieren. Wir
erhalten daraus sofort wieder (1.2.40).
Im aperiodischen Grenzfall
, besitzt (1.2.59)
einen Pol 2. Ordnung:
 |
(1.2.62) |
Hier erhalten wir das Residuum des Fourier-Integranden am einfachsten,
indem wir die Exponentialfunktion in eine Taylor-Reihe um
entwickeln:
![$\displaystyle \tilde{g}(\omega) \exp(-\ii \omega t)=-\frac{1}{(\omega+\ii \alph...
...[1-\ii t \exp(-\alpha t)(\omega+\ii \alpha)+\mathcal{O}[(\omega+\ii \alpha)^2].$](img252.png) |
(1.2.63) |
Wie zu erwarten, führt also auch hier der Residuensatz zum korrekten
Ergebnis (1.2.42).
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