Nächste Seite: Das Vektorprodukt
Aufwärts: Die volle Galileigruppe
Vorherige Seite: Einschub über Normalteiler und
  Inhalt
Um nun explizit zu zeigen, daß alle SO(
)-Matrizen Drehungen um
eine bestimmte Drehachse mit einem bestimmten Winkel
bedeuten,
wollen wir eine andere Parametrisierung für Drehmatrizen finden. Dazu
bedienen wir uns einer Methode, die im folgenden noch oft zur
Anwendung kommen wird, nämlich die der infinitesimalen
Transformationen.
Betrachten wir zunächst noch einmal
. Für
können wir schreiben
mit  |
(1.4.18) |
Für große
können wir den in
quadratischen Term
vernachlässigen und erhalten:
 |
(1.4.19) |
Dabei ist die Exponentialfunktion formal über die Potenzreihe
definiert. Wir können dies einfach dadurch beweisen, daß wir die
Potenzreihe ausrechnen. Aus der expliziten Form von
erhalten wir
durch Ableitung und Matrizenmultiplikation
 |
(1.4.20) |
Schreibt man die Exponentialreihe aus, folgt daraus
 |
(1.4.21) |
Damit läßt sich die Ableitung von
in Form der folgenden
Differentialgleichung schreiben:
 |
(1.4.22) |
Sei nun
die Drehung mit Drehwinkel
um die
durch den Einheitsvektor
gegebene Richtung. Aufgrund der
Isotropie des Raumes gelten nun offensichtlich für solche Drehungen
dieselben Beziehungen wie für die eben im Spezialfall
hergeleiteten, also
mit  |
(1.4.23) |
Die Drehachse ist dadurch charakterisiert, daß Vektoren in ihre
Richtung unter der Drehung ungeändert bleiben, d.h. es gilt
 |
(1.4.24) |
Ableitung dieser Gleichung nach
ergibt damit
 |
(1.4.25) |
Weiter folgt aus der Orthogonalität der Drehungen
![$\displaystyle \hat{D} \hat{D}^t=1 \Rightarrow 0=(\partial_{\phi} \hat{D}) \hat{...
...= (\partial_{\phi} \hat{D}) \hat{D}^t +[(\partial_{\phi} \hat{D}) \hat{D}^t]^t.$](img443.png) |
(1.4.26) |
Andererseits ist
 |
(1.4.27) |
Zusammen mit der vorigen Gleichung folgt, daß
ist, also daß die
antisymmetrische
-Matrizen sind. Diese bilden einen
dreidimensionalen Vektorraum im Raum der
-Matrizen. Damit
sind wegen ihrer linearen Unabhängigkeit die Matrizen
für  |
(1.4.28) |
eine Basis dieses Vektorraums, und es muß folglich
 |
(1.4.29) |
für geeignete reelle Zahlen
gelten. Wie man leicht nachrechnet,
ist
mit  |
(1.4.30) |
Damit folgt aber sofort, daß
 |
(1.4.31) |
Damit also (1.4.29) gilt, muß
sein, denn
muß Eigenvektor von
zum Eigenwert 0
sein.
Das ergibt die wichtige Parametrisierung der Drehgruppe
mit  |
(1.4.32) |
Dabei charakterisiert
als Einheitsvektor einen Punkt auf der
Einheitssphäre des
und wird durch zwei Parameter (z.B. Polar-
und Azimutwinkel eines Kugelkoordinatensystems) eindeutig bestimmt.
Damit ist jede Drehung wiederum durch drei Parameter bestimmt, wie es
sein muß. Der Parameterraum ist dabei die Kugel vom Radius
in
, wobei gegenüberliegende Punkte auf der Sphäre vom Radius
identifiziert werden müssen, weil sie jeweils die gleiche
Drehung um den Drehwinkel
bewirken. Diese Mannigfaltigkeit
bezeichnen wir mit
, wobei der Stern die Verheftung der
gegenüberliegenden Randpunkte kennzeichnen soll. In dieser
Parametrisierung schreiben sich also die Drehungen
mit  |
(1.4.33) |
Nächste Seite: Das Vektorprodukt
Aufwärts: Die volle Galileigruppe
Vorherige Seite: Einschub über Normalteiler und
  Inhalt
FAQ Homepage