Die Grundlagen der Mechanik sind nunmehr formuliert, und im Prinzip ist alles gesagt, was es zur Newtonschen Mechanik zu sagen gibt. Allerdings hat sich herausgestellt, daß die im folgenden dargestellte mathematische Ausformulierung der Theorie in Form von Extremalprinzipien nicht nur eine mathematisch elegantere Beschreibung von konkreten Problemen und eine systematische Bewältigung des Integrationsproblems für Bewegungsgleichungen darstellt, sondern auch unverzichtbar für das Verständnis der Quantentheorie ist.
Wir nähern uns der Theorie zunächst von der Fragestellung her, wie wir
auf einfache Weise die Bewegungsgleichungen in beliebigen Koordinaten
formulieren können. Bisher waren wir auf kartesische Koordinaten
angewiesen, die ja auch in gewisser Hinsicht die natürliche
Beschreibungsweise für die Mechanik von Punktsystemen darstellt, ist
doch der Raum ein euklidischer affiner Punktraum. Andererseits gibt es
Probleme, die aufgrund ihrer Symmetrie besser durch ihnen angepaßte
Koordinaten gelöst werden können. Wir suchen also nach einer
Formulierung der Mechanik, die es uns ermöglicht, beliebige Koordinaten
mit
einzuführen. Die Zahl der Freiheitsgrade
des Systems muß auch nicht
betragen, können doch die Massepunkte
durch bestimmte Zwangsbedingungen eingeschränkt sein, etwa beim
mathematischen Pendel auf eine Kreisbahn oder beim Fadenpendel auf die
Oberfläche einer Kugel.