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Bis jetzt haben wir aber nur eine Formulierung der Mechanik in
kartesischen Koordinaten eines Inertialsystems zur Verfügung, so daß
wir die Transformation in kartesische Koordinaten
 |
(2.1.1) |
betrachten müssen, um zu den in den generalisierten Koordinaten
ausgedrückten Bewegungsgleichungen zu gelangen.
Zunächst gilt aufgrund der Kettenregel für jeden der Vektoren
 |
(2.1.2) |
wobei hier und im folgenden stets die Einsteinsche Summationskonvention
zur Anwendung kommen soll. Dabei laufen die Indizes der generalisierten
Koordinaten stets von
bis
. Jetzt ist es für die gesamte
Mechanik nützlich, die Variablen
als freie Variablen
betrachten zu können. Wir denken uns also unsere Ausdrücke im
folgenden zunächst als Funktionen der unabhängigen Variablen
und
, und erst wenn wir totale Zeitableitungen
bilden,
lesen wir wieder
. Dann folgt aus
(2.1.1) die wichtige Beziehung
 |
(2.1.3) |
weil die Transformation (2.1.1) nur von den
, nicht
aber von den
abhängt.
Weiter gilt
 |
(2.1.4) |
Mit diesen Beziehungen wenden wir uns nun der Newtonschen
Grundgleichung für den Massepunkt zu
 |
(2.1.5) |
wobei
die Komponenten der gesamten auf den Massenpunkt
einwirkende Kraft ist, die sich aus der Wechselwirkung mit den übrigen
Massepunkten und evtl. äußeren Kraftfeldern zusammensetzt.
Wir multiplizieren die Newtonsche Bewegungsgleichung mit
und summieren über die
Massenpunkte:
 |
(2.1.6) |
Dabei bezeichnet man die
als generalisierte Kräfte.
Für jeden Massenpunkt gilt nun vermöge (2.1.3) und (2.1.4):
 |
(2.1.7) |
Dies in (2.1.6) eingesetzt ergibt für die linke Seite:
![$\displaystyle \sum_{i=1}^N m_i \frac{\d^2 \bvec{x}_i}{\d t^2} \frac{\partial \b...
...}{\d t} \frac{\partial}{\partial \dot{q}^k} \frac{\d \bvec{x}_i}{\d t} \right].$](img568.png) |
(2.1.8) |
Die beiden Summanden lassen sich nun in der folgenden Weise umformen:
 |
(2.1.9) |
Definieren wir nun die Funktion
 |
(2.1.10) |
die kinetische Energie genannt wird, können wir aufgrund der
obigen Umformungen für (2.1.5) schreiben
 |
(2.1.11) |
Das ist ein Satz von
Differentialgleichungen 2. Ordnung für den
Satz der
generalisierten Koordinaten
.
Diese Gleichungen lassen sich noch wesentlich einfacher formulieren,
wenn die Kräfte auf jeden Massepunkt ein Potential besitzen, d.h. wenn
eine skalare Funktion
existiert, so daß
 |
(2.1.12) |
gilt. Aus der Vektoranalysis ist bekannt, daß dies lokal immer dann
möglich ist, wenn in einer sternförmigen Umgebung um einen Punkt im
-Teilchenraum gilt
für  |
(2.1.13) |
Nehmen wir also an, daß die Kräfte diese Bedingung erfüllen, läßt
sich auch die rechte Seite der Gleichung (2.1.6) als Ableitung
nach den
ausdrücken:
 |
(2.1.14) |
Definieren wir nunmehr die Lagrangefunktion durch
 |
(2.1.15) |
so schreibt sich die Newtonsche Bewegungsgleichung schließlich in der
Form
 |
(2.1.16) |
Die Bewegung ist damit vollständig durch den Skalar
charakterisiert. Die Gleichungen (2.1.16) heißen
Euler-Lagrangegleichungen.
Zur Integration der Bewegungsgleichungen leisten sie insofern gute
Dienste als sie die Einführung beliebiger generalisierter Koordinaten
gestatten, ohne daß sich ihre Form ändert. Dies ergibt sich
unmittelbar aus unserer Herleitung. Wie wir im folgenden aber sehen
werden, ergeben sich noch wesentlich wichtigere analytische Folgerungen
aus ihnen. Sie gestatten insbesondere die elegante Behandlung von
Symmetrien eines Problems und damit eine Möglichkeit, bereits durch die
dem Problem angepaßte Wahl generalisierter Variabler die Integration
der Bewegungsgleichungen bedeutend zu erleichtern.
Als wichtige Folgerung aus (2.1.16) können wir jedoch schon jetzt
den einfachen Schluß ziehen, daß eine generalisierte Koordinate
dann besonders einfacher Gleichungen genügt, wenn die Lagrangefunktion
von ihr unabhängig ist. Die Koordinate geht dann nur in dem oben genau
auseinandergesetzten Sinne durch
in die Lagrangefunktion
ein. Für diese Koordinate sagt dann (2.1.16) nämlich
const |
(2.1.17) |
Das bedeutet, daß in diesem Falle der sog. generalisierte
Impuls
eine Erhaltungsgröße entlang der Trajektorie
des Systems ist. Eine solche generalisierte Koordinate heißt
zyklisch. Diese Namensgebung werden wir aber erst später
genauer begründen, wenn wir kompliziertere mathematische Methoden
entwickelt haben werden. Es ist also erstrebenswert, solche
generalisierte Koordinaten zu wählen, daß möglichst viele von ihnen
zyklisch sind. Hängt die Lagrangefunktion eines Systems aber von einer
generalisierten Koordinate nicht ab, ist dies Ausdruck einer Symmetrie
dieses Systems. Wir werden weiter unten den Zusammenhang zwischen
Symmetrien und Erhaltungsgrößen noch systematisch untersuchen.
Wir wenden uns nun der Zeit zu, die ja keine generalisierte Koordinate
ist, sondern der Parametrisierung der Trajektorien dient. Betrachten wir
die Zeitableitung der Lagrangefunktion entlang einer beliebigen Bahn,
die nicht unbedingt Lösung der Bewegungsgleichung sein muß, so haben
wir die Zeitabhängigkeit der Lagrangefunktion, die durch die
Zeitabhängigkeit der generalisierten Koordinaten und Geschwindigkeiten
und eventuell eine explizite Zeitabhängigkeit zu berücksichtigen. Das
bedeutet nach der Kettenregel
 |
(2.1.18) |
Für die Trajektorie des Systems gelten die Euler-Lagrange-Gleichungen,
so daß wir für sie schreiben können
 |
(2.1.19) |
Ist nun
nicht explizit zeitabhängig, d.h. verschwindet die
explizite Zeitableitung auf der rechten Seite der vorigen Gleichung,
ergibt sich sogleich, daß die Größe
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(2.1.20) |
eine Erhaltungsgröße entlang der Trajektorie des Systems ist. Diese
Erhaltungsgröße heißt Energie des Systems. Falls
homogen
von zweitem Grade in den
ist, wie es für die Newtonsche
Mechanik der Fall ist, so gilt
 |
(2.1.21) |
Daher heißt das Potential der Kraft
in diesem Zusammenhang auch die
potentielle Energie und
Translations- oder
kinetische Energie.
Unterabschnitte
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