Nächste Seite: Noethertheorem
Aufwärts: Kanonische Mechanik
Vorherige Seite: Das Foucaulte Pendel
  Inhalt
Das Noethersche Theorem
Wir betrachten nun die Frage, welche Transformationen an der
Lagrangefunktion vorgenommen werden dürfen, ohne daß sich die
Bewegungsgleichungen, also die Euler-Lagrangegleichungen,
ändern. Solche Lagrangefunktionen nennen wir im folgenden zueinander
äquivalent, denn sie beschreiben das gleiche mechanische System, da
ja die Euler-Lagrangegleichungen, also die Bewegungsgleichungen,
identisch sind. Dazu ist es offenbar notwendig und hinreichend,
daß die Variation des Wirkungsfunktionals (2.2.10) unverändert
bleibt. Aus der Rechnung oben, die zur Aufstellung der der
Euler-Lagrangegleichungen führte, erkennen wir, daß sie für zwei
Lagrangefunktionen
und
genau dann gleich sind, wenn es eine
hinreichend glatte Funktion
gibt, so
daß
 |
(2.4.1) |
gibt.
Dann gilt nämlich
 |
(2.4.2) |
weil die Variation
nach Vorschrift des Hamiltonschen
Prinzips an den Randpunkten des Intervalls verschwindet.
Wir nehmen nun an, ein Problem sei forminvariant unter einer
bestimmten hinreichend oft differenzierbaren Transformation der
und
:
 |
(2.4.3) |
Dann gilt
 |
(2.4.4) |
Im Gegensatz zur Variation beim Hamiltonschen Prinzip wird bei dieser
allgemeinen Transformation die Zeit mittransformiert. Folglich müssen
wir die Variation der in
vorkommenden Zeitableitungen
bestimmen:
 |
(2.4.5) |
Nutzen wir weiter aus, daß bis auf Terme erster Ordnung in
gilt
 |
(2.4.6) |
ergibt sich daraus in erster Ordnung in
und
 |
(2.4.7) |
Weiter ergibt sich für das Zeitdifferential
 |
(2.4.8) |
Damit nun die Euler-Lagrangegleichungen unter solchen Transformationen
forminvariant bleiben, muß es gemäß (2.4.1) eine Funktion
geben, so daß
 |
(2.4.9) |
ist. Setzen wir die oben durchgeführten Zwischenrechnungen ein,
ergibt sich daraus die Bedingung für das Vorliegen einer Symmetrie:
 |
(2.4.10) |
Wir untersuchen nun weiter, was sich aus dem Vorliegen einer Symmetrie
für die Bewegung des Systems ergibt. Setzt man die Lösungen der
Bewegungsgleichungen in die Symmetriebedingung (2.4.10) ein, folgt
nach einigen Umformungen
![$\displaystyle \frac{\d}{\d t} \left [ \frac{\partial L}{\partial \dot{q}^k} \de...
...\frac{\partial L}{\partial \dot{q}^k} - L \right) \delta t + \delta F\right]=0.$](img758.png) |
(2.4.11) |
Das bedeutet aber, daß die in den eckigen Klammern stehende Größe
während der Bewegung des Systems zeitlich konstant ist. Das ist das
Unterabschnitte
Nächste Seite: Noethertheorem
Aufwärts: Kanonische Mechanik
Vorherige Seite: Das Foucaulte Pendel
  Inhalt
FAQ Homepage