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Die Bedeutung dieser Beobachtung besteht nun darin, daß aufgrund des
erweiterten Hamiltonschen Prinzips die Bewegungsgleichung nicht nur
forminvariant unter allgemeinem Wechsel der Koordinaten
des
Konfigurationsraums (in Gestalt der Euler-Lagrangegleichungen) sind,
sondern auch unter allgemeineren die generalisierten Impulse
einschließenden Transformationen, die die Variation des im Phasenraum
formulierten Wirkungsfunktionals (2.7.7) invariant lassen.
Solche Transformationen bezeichnen wir mit Hamilton als
kanonische Transformationen.
Um die Bedingungen an eine beliebige Transformation
 |
(2.8.1) |
dafür zu finden, daß sie die Hamiltonschen kanonischen Gleichungen
forminvariant lassen, müssen wir nur verlangen, daß die Variation
des Wirkungsfunktionals (2.7.7) in beiden kanonischen
Koordinatensystemen gleich ist. Das bedeutet, daß
![$\displaystyle \Delta I=\int_{t_1}^{t_2} \d t [p_k \dot{q}^k-H-P_k \dot{Q}_k+H'],$](img866.png) |
(2.8.2) |
gelesen als Wegintegral im sogenannten erweiterten von
parametrisierten Phasenraum, ein totales Differential sein muß:
 |
(2.8.3) |
Dabei ist
gemäß der auf der linken Seite auftretenden
Differentialformen als eine Funktion von
,
und
aufzufassen.
Der Vergleich zwischen der linken und rechten Seite zeigt weiterhin, daß
 |
(2.8.4) |
gilt. Die Transformation (2.8.1) ist also genau dann eine
kanonische Transformation, wenn es eine Funktion
der alten und der
neuen Koordinaten gibt, so daß die Beziehungen (2.8.4)
gelten. Nach dem Lemma von Poincaré ist das wenigstens lokal nur
dann der Fall, wenn
 |
(2.8.5) |
ist.
Es ist klar, daß es viel einfacher ist, wenn wir die Funktion
willkürlich vorgeben und die ,,alten Koordinaten``
mit Hilfe der Bedingung (2.8.4) durch die ,,neuen
Koordinaten``
ausdrücken. Wir nennen daher
auch
Erzeugende der kanonischen Transformation. Ist
explizit
zeitabhängig, dürfen wir dabei nicht vergessen, auch die
Hamiltonfunktion gemäß (2.8.4) zu transformieren.
Es ist manchmal allerdings bequemer, die erzeugende Funktion mit Hilfe
anderer Paare alter und neuer Koordinaten auszudrücken. Hier bewährt
sich das schon bei der Herleitung der Hamiltonschen kanonischen
Gleichungen angewandte Prinzip der Legendretransformation. Als
Beispiel leiten wir den für das folgende wichtigsten Fall her, daß wir
die Erzeugende als Funktion
der alten Konfigurationsraumkoordinaten
und der neuen kanonischen Impulse
vorgeben. Dann schreiben wir
 |
(2.8.6) |
Das bedeutet, daß
 |
(2.8.7) |
sein muß, damit
die geforderte Abhängigkeit von
und
hat. Setzten wir (2.8.6) in (2.8.4) ein, finden wir,
daß die kanonische Transformation durch
gemäß
 |
(2.8.8) |
erzeugt wird. Aus der Vertauschbarkeit der zweiten Ableitungen von
nach den
und
folgt daraus die Beziehung
 |
(2.8.9) |
Als nächstes betrachten wir die Legendretransformation
 |
(2.8.10) |
Daraus folgt wieder wie im bei (2.8.6)
 |
(2.8.11) |
Die Vertauschbarekeit der zweiten Ableitung von
nach
und
liefert damit die Bedingung
 |
(2.8.12) |
Schließlich kombinieren wir beide Legendretransformationen
(2.8.6) und (2.8.10) indem wir von
ausgehen:
 |
(2.8.13) |
Mit (2.8.11) folgt daraus
 |
(2.8.14) |
Die Vertauschbarkeit der zweiten Ableigungen von
liefert
schließlich die Bedingung
 |
(2.8.15) |
Aus den Bedingungen
(2.8.5, 2.8.9, 2.8.12, 2.8.15)
können wir nun die Unabhängigkeit der Poissonklammer von der Wahl der
kanonisch konjugierten Phasenraumvariablen nachweisen, also die
Kovarianz der Poissonklammer bzgl. kanonischer
Transformationen. Dazu schreiben wir für zwei beliebige
Phasenraumfunktionen
und
 |
(2.8.16) |
wobei
für den Ausdruck steht, der durch den voranstehenden Term
durch Vertauschen von
mit
hervorgeht. Ausmultiplizieren der
Klammern und Berücksichtigung der Antisymmetrisierung bzgl. Vertauschen
von
und
ergibt unter Zuhilfenahme der Begingungen
(2.8.5, 2.8.9, 2.8.12, 2.8.15) in
der Tat die Poissonklammer geschrieben in den ,,alten
Variablen``
und
. Als Beispiel für diese Rechnung betrachten wir
den antisymmetrisierten ersten Term
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(2.8.17) |
Zusammenfassen der übrigen Terme ergibt dann in der Tat
 |
(2.8.18) |
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