In diesem Abschnitt wollen wir die Bewegung eines Massepunktes im homogenen Schwerefeld, d.h. für Bewegungen in Erdnähe, entlang einer beliebig vorgegebenen ebenen Kurve behandeln. Wir betrachten auch gleich das klassische Problem der Variationsrechnung, das sogenannte Brachistochronenproblem3.1, anhand dessen bei einem Wettstreit unter den recht verfeindeten Bernoullibrüdern die Variationsrechnung entwickelt wurde.
Die Ebene sei die
-Ebene eines kartesischen Koordinatensystems, wo
die homogen genäherte Schwerebeschleunigung in positive
-Richtung
weisen möge. Die Kurve, auf die wir den Massenpunkt zwingen wollen, sei
durch
Die Lagrangefunktion, parametrisiert mit der unabhängigen Variablen
,
ist dann durch
Durch geeignete Wahl des
-Nullpunktes können wir stets erreichen,
daß
wird. Was wir im folgenden annehmen wollen, weil es die
Lösung des Brachistochronenproblems erleichtert. Für diese Wahl des
Nullpunktes läßt sich die Bewegungsgleichung sofort in impliziter Form
lösen
Für das Brachistochronenproblem verlangen wir weiter, daß
ist, so daß also
sein muß, weil wir ja
gewählt haben. Wählen wir jetzt auch noch den
-Ursprung bei
,
so startet also der Massenpunkt bei
.
Wir suchen nun von allen Funktionen
diejenige, für die die Fallzeit
(3.1.4) minimal wird. Da
und
festliegen, haben wir
ein genau analoges Variationsproblem wie beim Hamiltonschen Prinzip der
Mechanik vorliegen. Insbesondere gilt auch das Noethertheorem, und wir
haben im Integranden der Gl. (3.1.4)