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Wir betrachten zunächst den Fall, daß das Pendel kleine Schwingungen
um die Ruhelage
ausführt. Daß dies tatsächlich die
stabile Gleichgewichtslage darstellt, zeigt sich sogleich an dieser
Rechnung. Für kleine Winkel nähern wir auf der rechten Seite in
(3.3.3)
 |
(3.3.4) |
wobei wir Glieder von der Ordnung
vernachlässigen. Die
homogene lineare Differentialgleichung mit konstanten Koeffizienten
läßt sich sofort integrieren
mit |
(3.3.5) |
Um die im nächsten Unterabschnitt durchgeführte exakte Behandlung der
Gleichung (3.3.3) vorzubereiten, wollen wir die gleiche Näherung noch
unter Ausnutzung des Energiesatzes behandeln.
In der Kleinwinkelnäherung lautet der Energiesatz
const |
(3.3.6) |
Durch Trennung der Variablen läßt sich diese Differentialgleichung in
impliziter Form sofort lösen
mit  |
(3.3.7) |
Das Integral ist physikalisch nur sinnvoll, wenn die Wurzel reell ist,
d.h. es muß gelten
. Aus
Kausalitätsgründen muß weiter
monoton wachsen. Wir nehmen nun an,
es sei
d.h. es ist zunächst von
bis nach
zu integrieren. An diesem
Verzweigungspunkt der Wurzel angekommen, ist wieder zurück von
bis nach
zu
integrieren. Da aber
monoton wachsen muß, ist gleichzeitig das
Vorzeichen der Wurzel umzukehren. Bei
angekommen, kehrt sich die Argumentation gerade um, so daß wir auch auf
diese qualitative Weise zu der Erkenntnis gelangen, daß
eine periodische Funktion von
sein muß. Die Periodendauer ist
offenbar gegeben durch
 |
(3.3.8) |
Wir gelangen natürlich zu demselben Ergebnis wie oben, nämlich daß die
Kreisfrequenz
ist.
Die Bewegung erhalten wir durch Umkehrung des Integrals (3.3.7) für
kleine
 |
(3.3.9) |
wo die Integrationskonstante
so zu wählen ist, daß die
Anfangsbedingungen erfüllt sind. Da diese Lösung für kleine
zweimal (tatsächlich natürlich sogar beliebig oft) stetig
differenzierbar und periodisch mit der Kreisfrequenz
ist, ist
dies auch die Lösung für beliebig große
, und man gelangt unter
Anwendung des Additionstheorems der Sinusfunktion natürlich wieder zu
(3.3.5).
Es ist klar, daß für die Kleinwinkelnäherung die direkte Lösung
über die Differentialgleichung viel einfacher ist als die zum Schluß
gegebene Herleitung über den Energiesatz, da wir die mehrdeutige
Wurzelfunktion physikalisch zu interpretieren hatten. Allerdings wird
sich diese Methode im folgenden Abschnitt als durchaus hilfreich
erweisen.
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