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Wir wollen zunächst die Bewegung eines Massenpunktes auf einem
Rotationsparaboloid betrachten, das so gewählt ist, daß ein
Massenpunkt, der auf ihn ruhend hingelegt wird, stets auch in Ruhe
bleibt, wenn das Paraboloid im homogen genäherten Schwerefeld in
Rotation versetzt wird. Wir werden zunächst nachrechnen, daß diese
rotierende ,,Äquipotentialfläche`` tatsächlich ein
Rotationsparaboloid ist und dann die Bewegung des Massenpunktes auf
demselben, also für einen mitrotierenden Beobachter, bestimmen.
Die Koordinaten im Inertialsystem seien mit
bezeichnet. Lassen
wir das Paraboloid in mathematisch positiver Richtung, also im
Gegenuhrzeigersinn rotieren, gilt
 |
(3.5.1) |
wobei
und
mitrotierende Polarkoordinaten sind. Die Rotation
erfolgt um die
-Achse. Hier ist
die noch unbestimmte Funktion, die
die Form des rotierenden Körpers bestimmt. Wegen
ist also die
Lagrangefunktion, ausgedrückt in mitrotierenden Koordinaten, durch
![$\displaystyle L=\frac{m}{2} \dot{\bvec{x}}^2-m g x^3 = \frac{m}{2} \{ \dot{r}^2 [1+f'{}^2(r)] + r^2 (\dot{\varphi}+\omega)^2 \} - m g f(r)$](img1212.png) |
(3.5.2) |
gegeben.
Wir wollen nun die Funktion
so bestimmen, daß ein einmal in Ruhe
auf die rotierende Fläche gesetzter Massenpunkt auch in Ruhe
bleibt. Dazu schreiben wir die Bewegungsgleichungen für den Fall
const
,
const
und erhalten die Bedingung
 |
(3.5.3) |
Die gesuchte Äquipotentialfläche ist also ein Paraboloid. Die
Integrationskonstante
ist irrelevant, da sie zu der Lagrangedichte
nur einen additiven konstanten Faktor beiträgt. Da
zyklisch
ist, gilt
const |
(3.5.4) |
Das bedeutet für
und
const
, was durch
Bestimmung von
ja bereits sichergestellt ist, daß auch
const
gilt, d.h. (3.5.3) erfüllt die an die
Fläche gestellte Bedingung.
Für diese Funktion lautet die Bewegungsgleichung bzgl.
 |
(3.5.5) |
Wir betrachten zunächst einen Spezialfall. Wir nehmen dazu an, der
Massenpunkt werde anfangs mit
angestoßen. Weiter nehmen wir an
und
. Dann können wir davon ausgehen, daß
klein
bleibt. Wir werden gleich sehen, daß das tatsächlich der Fall ist. Wir
behandeln also
und
in (3.5.5) als kleine Größen, so
daß wir deren Quadrate vernachlässigen können. Aus (3.5.4) folgt
und damit
const
. Die für diesen
Fall in der beschriebenen Weise genäherte Bewegungsgleichung
(3.5.5) lautet damit
 |
(3.5.6) |
Diese Gleichung besitzt die allgemeine Lösung
 |
(3.5.7) |
Ein mit der Scheibe bewegter Beobachter sieht also als Projektion der
Bahn auf eine mit ihm rotierende Ebene senkrecht zur Rotationsachse also
die folgende Bewegung
 |
(3.5.8) |
Die Projektion der Bahnkurve auf die mitrotierende Ebene ist also ein
Kreis, dessen Mittelpunkt von der Drehachse verschoben ist und mit der
gegenüber der Rotation doppelten Winkelgeschwindigkeit durchlaufen wird.
Die allgemeine Gleichung läßt sich über den Energiesatz, welcher hier
wieder gilt, weil die Lagrangefunktion nicht explizit von der Zeit
abhängt, auf ein elliptisches Integral zurückführen, was wir hier
aber nicht weiter ausführen wollen.
Stattdessen geben wir die numerische Lösung für die soeben in der
Näherung angegebene Bahnkurve, und zwar ein Beispiel, das der soeben
gegebenen Näherung entspricht und eines mit einer allgemeineren
Anfangsbedingung.
Die im Text beschriebene auf eine mitrotierende Ebene projizierte
Bahnkurve für

s
,

m

s

. Die Anfangsbedingungen für die linke Figur sind

m
,

,

,

. Offensichtlich ist dafür (
3.5.8) eine
gute Näherung. Für die rechte Figur wurde lediglich

m
gesetzt, während die übrigen Anfangsbedingungen
beibehalten wurden.
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