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Zunächst betrachten wir kleine Schwingungen um die Gleichgewichtslage,
wobei wir als eine der vier Integrationskonstanten, die durch die
Anfangsbedingungen festgelegt sind, die Erhaltungsgröße
 |
(3.4.7) |
wählen. Dies hat den Vorteil, daß damit das Problem auf ein effektiv
eindimensionales zurückgeführt zu haben. Die Bewegungsgleichung für
läßt sich damit nämlich in der Gestalt
 |
(3.4.8) |
schreiben, und hängt somit nicht mehr von
ab.
Wir wollen nun die Gleichung (3.4.8) näherungsweise lösen, indem wir
kleine Abweichungen von einer Lösung der Form
const
betrachten. Dazu haben wir eine
Fallunterscheidung durchzuführen, nämlich
und
.
Beginnen wir mit
. Dann ist wegen (3.4.7) entweder
const
oder
. Betrachten wir
zunächst den Fall
const
. Es ist dann
unbestimmt, was aber mit der Singularität der Kugelkoordinaten in
zusammenhängt. Es handelt sich einfach um die
Gleichgewichtslage, in der das Pendel unbeweglich nach unten hängt. Im
anderen Falle ist
und also
const
: Das Pendel schwingt in einer Ebene,
und das Problem reduziert sich auf das ebene mathematische
Pendel. Gemäß (3.4.8) haben wir
 |
(3.4.9) |
Die Lösung dieser Differentialgleichung findet man sofort als
mit  |
(3.4.10) |
Kommen wir nun zu dem interessanteren Fall
. Dann kann die
stationäre Gleichgewichtslage nicht mehr
sein, und für
die stationäre Lösung von (3.4.8) ist
. Die stationäre Lage ist also durch
 |
(3.4.11) |
charakterisiert, d.h. das Pendel vollführt eine gleichförmige Rotation um
die Richtung der Schwerkraft. Den konstanten Winkel
findet
man aus (3.4.7-3.4.8):
 |
(3.4.12) |
Jetzt betrachten wir wieder kleine Abweichungen von dieser stationären
Lösung. Wobei wir natürlich
 |
(3.4.13) |
zu setzen haben. Den Wert von
finden wir in diesem Falle aus
(3.4.8) aus der Bedingung der Stationarität
 |
(3.4.14) |
Wir substituieren im folgenden bequemer
anstatt von
.
Setzen wir also
 |
(3.4.15) |
und entwickeln (3.4.8) um
, wobei wir
als von der 1. Ordnung klein betrachten, erhalten wir
 |
(3.4.16) |
wobei
 |
(3.4.17) |
ist.
Die Lösung für (3.4.16) ist
 |
(3.4.18) |
Weiter ist
 |
(3.4.19) |
was sich unter Verwendung von (3.4.18) leicht integrieren läßt:
![$\displaystyle \varphi(t)=\varphi_0+\sqrt{\frac{g}{R \cos \vartheta_s \sin \vart...
...ta \vartheta_0}}{\tilde{\omega}^2} [\cos(\tilde{\omega} t)-1]\right ] \right \}$](img1325.png) |
(3.4.20) |
Das bedeutet, daß sich das Pendel auf einer Art Rosettenbahn bewegt. Die
Bahn ist i.a. nicht geschlossen.
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