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Als erstes denken wir uns den Kreisel zu Anfang in schnelle Rotation um
die Figurenachse versetzt und dann mit der Figurenachse um einen Winkel
(mit
) gegen die
-Richtung gekippt ohne weiteren Anstoß auf seine Spitze
gesetzt. Dann haben wir die Anfangsbedingungen
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(3.6.65) |
Wir nehmen nun an, daß
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(3.6.66) |
mit
. Wir wollen dann die Bewegungsgleichungen nach
kleinen Größen in
entwickeln. Wir werden noch genauer zu
spezifizieren haben, in welchen Fällen die Näherung anwendbar ist. Aus
den Anfangsbedingungen und (3.6.59)-(3.6.61)
folgt
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(3.6.67) |
Wir betrachten die Energie in der Form (3.6.62), setzen
(3.6.66) ein und entwickeln bis zur zweiten Ordnung in
. Dann folgt
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(3.6.68) |
Ableiten dieser Gleichung nach der Zeit und Division durch
ergibt schließlich die Differentialgleichung
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(3.6.69) |
wobei wir
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(3.6.70) |
gesetzt haben. Offensichtlich bleibt
nur klein, wenn
. Die allgemeine Lösung lautet dann nämlich
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(3.6.71) |
Mit den Anfangsbedingungen
ist schließlich
![$\displaystyle \epsilon(t)=a[1-\cos(\Omega t)].$](img1374.png) |
(3.6.72) |
Die Näherung ist also gerechtfertigt, wenn
, und das ist
offenbar erfüllt, wenn
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(3.6.73) |
Das bedeutet, daß die potentielle Energie der Schwerkraft sehr viel
kleiner sein muß als die anfängliche Rotationsenergie.
Entwickeln wir nun (3.6.64) unter Verwendung von
(3.6.67) bis zur linearen Ordnung in
, erhalten wir
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(3.6.74) |
Setzen wir hierin (3.6.72) ein, finden wir durch Integration
unter Verwendung der Anfangsbedingungen (3.6.65)
![$\displaystyle \psi(t)=\frac{C \omega_0 a}{A \sin \vartheta_0} \left [t-\frac{\sin(\Omega t)}{\Omega} \right].$](img1378.png) |
(3.6.75) |
Das bedeutet, daß der Kreisel dem Drehmoment aufgrund der
Gravitationskraft ,,ausweicht``, indem die Figurenachse um die
-Achse präzediert, d.h. der Kreisel weicht senkrecht zum angewandten
Drehmoment aus. Diese Präzession erfolgt zwar nicht mit konstanter
Winkelgeschwindigkeit, aber für
fallen die dann relativ
dazu kleinen schnellen Schwingungen nicht mehr sonderlich auf, so daß
die Bewegung fast wie eine reguläre Präzession erscheint. Man spricht
daher von pseudoregulärer Präzession. Ebenso erhalten wir
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(3.6.76) |
mit der Lösung
![$\displaystyle \varphi(t)=\omega_0 t - \frac{C \omega_0 a \cot \vartheta_0}{A} \left [t-\frac{\sin(\Omega t)}{\Omega} \right].$](img1381.png) |
(3.6.77) |
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