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Nun wollen wir den einfachsten Fall eines einzelnen Punktteilchens, das
sich in einem vorgegebenen Kraftfeld bewegt, betrachten. Die einfachste
Möglichkeit, das zweite Newtonsche Gesetz auf die Relativitätstheorie
zu übertragen, ist seine manifest kovariante
Formulierung. Dazu betrachten wir die kartesischen
Raumzeitkoordinaten eines Massenpunktes bzgl. eines beliebigen
Inertialsystems
als Funktionen eines skalaren Parameters.
Dazu können wir die Eigenzeit
des Massenpunktes wählen, die
differentiell durch
 |
(4.3.1) |
definiert ist. Daraus folgt sofort, daß die
Vierergeschwindigkeit, deren Komponenten durch
 |
(4.3.2) |
definiert sind4.4, die Nebenbedingung
const |
(4.3.3) |
erfüllen muß. Durch diese Nebenbedingung kann eine der vier
Koordinaten aus dem Bewegungsgesetz eliminiert werden, so daß
schließlich für jeden inertialen Beobachter die Bewegung eindeutig
durch die drei räumlichen Koordinaten des Massenpunktes als Funktion
der Zeit4.5 gegeben ist, wie es sein muß. Außerdem
läßt sich die Zeit stets als strikt monoton wachsende Funktion der
Eigenzeit festlegen:
 |
(4.3.4) |
Aufgrund der Nebenbedingung (4.3.3) wird die relativistische
Verallgemeinerung des Newtonschen Kraftbegriffes i.a. von
abhängige Kräfte erfordern.
Wir postulieren also als Erweiterung des zweiten Newtonschen Gesetzes
 |
(4.3.5) |
wobei wir vorausgesetzt haben, daß die Minkowskikraft
eine lokale Funktion ist, d.h. nur vom Ort des
Massenpunktes und seiner Geschwindigkeit abhängt. Dies hängt mit dem
oben erwähnten Konzept der Nah- oder Feldwirkung zusammen:
Kräfte auf einen Massepunkt werden durch Felder am jeweiligen Ort des
Teilchens hervorgerufen. Die Felder selbst haben ihre Ursache in
Quellen, die wir hier noch nicht näher spezifizieren und sind
eigenständige dynamische Objekte, so daß das relativistische
Kausalitätsprinzip erfüllt ist. Die Felder selbst sind über die
Bewegung von Probeteilchen, die durch Gleichungen der Form (4.3.5)
beschrieben werden, operational definiert: Durch Beobachtung der
Bewegung von Probeteilchen kann auf die Felder zurückgeschlossen
werden, wobei wir davon ausgehen, daß die Rückwirkung der
Probeteilchen auf die Felder vernachlässigt werden kann. Dies ist
prinzipiell problematisch, wie wir weiter unten noch sehen werden. Wegen
(4.3.3) müssen die Kräfte die Bedingung
 |
(4.3.6) |
erfüllen.
Der Parameter
const
in (4.3.5) ist die Masse des
Teilchens, wie wir im nächsten Abschnitt durch Betrachtung des
Newtonschen Grenzfalles zeigen werden.
Es lassen sich leicht Kräfte dieser Art postulieren. Als Beispiele
seien hier nur genannt4.6:
 |
(4.3.7) |
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