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Was ist Tunneln?
Mit dem Wort Tunneln bezeichnet man in der
Quantenmechanik [Fey88] folgenden Vorgang (in
Abbildung 1 vereinfacht am Beispiel einer einzelnen
Welle dargestellt): Eine Welle oder ein Wellenpaket trifft (hier von
links kommend) auf eine Potentialbarriere, also auf eine
Mauer, die zu überwinden das Wellenpaket mehr Energie bräuchte, als es
hat. Eine klassische Analogie wäre eine Wasserwelle, die auf einen
Deich aufläuft. In der klassischen Welt kann das Wasser den Deich
(vorausgesetzt, er ist hoch genug) nicht überwinden. Quantenmechanisch
geschieht jedoch etwas anderes: die Schrödingergleichung
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(1) |
hat
nämlich auch für den Bereich zwischen den Wänden der Potentialbarriere
Lösungen, wenn auch nur solche, die rasch (nämlich exponentiell)
zerfallen (siehe Abbildung 1). Dabei ist der Zerfall
desto rascher, je größer der Unterschied zwischen der Energie der
Welle und der Höhe der Barriere ist.
Abbildung 1:
Wenn eine Welle (hier von links kommend) auf eine
Potentialbarriere trifft, für deren Überquerung die Energie der
Welle nicht ausreicht, wird ein Teil der Welle reflektiert. Der
andere Teil kann die Barriere durchdringen und sich auf der
anderen Seite weiter ausbreiten. Die Intensität der Tunnelwelle
nimmt dabei mit der Energiedifferenz zwischen Welle und Barriere
und mit der Länge der Tunnelstrecke exponentiell ab.
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Ist die Barriere nun nur endlich breit, so ist der Zerfall der Welle nicht
vollständig. So wird ein (kleiner) Teil der Welle duchgelassen, während der
größere Teil reflektiert wird. Dieses Phänomen nennt man tunneln.
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