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Gleichgewicht
Wenn in Abbildung (1.1) das zu vermessende System vor der Messung wieder und wieder
gestört worden ist, hängen die Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Meßwerte
nicht mehr
davon ab, wann gemessen wird.
Nach der von-Neumann-Gleichung (4.7) vertauscht in solch einer Situation die Dichtematrix
mit dem Hamiltonoperator
![$\displaystyle \mathrm{i}\hslash\partial_t \rho(t)=[H,\rho]=0$](img1190.png) |
(6.24) |
und beide haben gemeinsame Eigenzustände
 |
(6.25) |
Da bei jeder vorhergehenden Störung die Entropie zugenommen hat, erwartet man, solche Gemische
zu finden, in denen die Entropie so groß wie möglich geworden ist.
Solche zeitunabhängige Gemische, deren Entropie so groß wie möglich ist,
definieren thermodynamisches Gleichgewicht.
Wird zum Beispiel Energie des Gemisches mit der Umgebung so ausgetauscht, daß der Mittelwert
den festen Wert
hat - solch eine Umgebung nennt man ein Wärmebad -
so ist im thermodynamischen Gleichgewicht die Entropie
als Funktion der Eigenwerte
maximal, wobei die Eigenwerte
den Nebenbedingungen
und
unterworfen sind. Wir berücksichtigen die
Nebenbedingungen mit Lagrangeschen Multiplikatoren
und
und maximieren
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(6.26) |
Ableiten nach
und
ergibt die Nebenbedingungen und Ableiten nach
führt auf
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(6.27) |
Demnach ist
durch die Boltzmannverteilung gegeben.
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(6.28) |
Den Normierungsfaktor
bestimmt man aus der Nebenbedingung
. Er ist die
Zustandssumme.
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(6.29) |
Die Zustandssumme ist die Laplacetransformierte
der Dichte der Energieeigenzustände.
Der Parameter
ist die inverse Temperatur
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(6.30) |
die man aus der Nebenbedingung
als Funktion des Energieerwartungswertes
implizit bestimmen kann.
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(6.31) |
Der Logarithmus der Zustandssumme als Funktion von
ist eine Funktion, deren
Ableitung den Energieerwartungswert bestimmt.
Die Entropie der Boltzmannverteilung hängt eng mit der Zustandssumme und dem Energiemittel zusammen.
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(6.32) |
Mit der freien Energie
gilt daher
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(6.33) |
und die Boltzmannverteilung schreibt sich als
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(6.34) |
Die Wahrscheinlichkeiten
hängen nur von Energiedifferenzen und
nicht vom absoluten Wert der Energie ab. Auch thermodynamisch ist
der Wert der Grundzustandsenergie irrelevant. Die Behauptung
,,Kaltes Helium verfestigt sich nicht, weil
die Grundzustandsenergie nicht verschwindet`` ist falsch.
Wenn kein Wärmebad den mittleren Energieinhalt des
Systems
einstellt, fehlt in Gleichung (6.26)
der Lagrangesche Multiplikator mit
und die Überlegungen laufen so
ab wie mit
. Die Entropie wird maximal bei Gleichverteilung
,
wobei
die Dimension des Hilbertraumes ist. Dann hat die Entropie den Wert
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(6.35) |
Ist die Dimension
unendlich, gibt es keinen Zustand maximaler Entropie.
Wichtige Spezialfälle von Systemen im thermischen Gleichgewicht sind der harmonische Oszillator
und das Zweizustandssystem. Wählt man eine verschwindende Grundzustandsenergie, so lautet die
Energieformel für den harmonischen Oszillator
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(6.36) |
Für das Zweizustandssystem hat
dieselbe Form, aber
durchläuft nur die Werte 0 und
.
Dies sind die Energien von freien, identischen Bosonen und Fermionen.
ist die
Energie eines Teilchens. Ein Zustand mit mehreren Teilchen hat die
mehrfache Einteilchenenergie, da die Teilchen frei sind. Das
Pauli-Verbot verbietet
bei Fermionen.
Die Zustandssumme
des harmonischen Oszillators ist eine geometrische Reihe,
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(6.37) |
die Zustandssumme des Zweizustandssystems
ist so einfach, wie sie nicht einfacher sein kann,
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(6.38) |
Den Energieerwartungswert bestimmt man mit
(6.31),
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(6.39) |
Kompliziertere Systeme bestehen oft aus mehreren, verschiedenen Bosonen und Fermionen,
zum Beispiel aus Photonen mit unterschiedlichem Wellenvektor
,
die wechselwirkungsfrei aus Teilsystemen zusammengesetzt sind.
Wir bezeichnen genauer ein System
als frei zusammengesetzt, wenn der Hilbertraum ein Produktraum
ist und wenn der
Hamiltonoperator
sich aus Hamiltonoperatoren der Teilräume zusammensetzt.
Dann gibt es Energieeigenzustände
, wobei
eine Basis von
und
eine Basis von
abzählt, deren Energie sich aus den Teilenergien zusammensetzt.
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(6.40) |
Die Zustandssumme des Gesamtsystems
ist in solch einem Fall das Produkt der einzelnen Zustandssummen
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(6.41) |
und die Energieerwartungswerte addieren sich.
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(6.42) |
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