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Abweichungen vom exponentiellen Zerfall
Streng genommen gibt es keine Lorentzresonanz, weil jeder realistische Hamiltonoperator ein
nach unten beschränktes Spektrum hat (
für
),
und weil der Energieerwartungswert endlich sein muß.
Die Lorentzresonanz ist also für kleine und große Energien unrealistisch.
Es gibt auch streng genommen keinen exponentiellen Zerfall.
Es gibt keine Zustände, die der differentiellen Schrödingergleichung
genügen und die zu allen Zeiten einem exponentiellen Zerfallsgesetz genügen.
Es ist nämlich
eine Wahrscheinlichkeit, die differenzierbar ist, wenn
differenzierbar ist, und die zur Zeit
maximal ist,
. Daher verschwindet
dann ihre Zeitableitung
 |
(7.12) |
und exponentieller Zerfall ist für kleine Zeiten ummöglich.
Alle Abweichungen vom exponentiellen Zerfall beruhen darauf, daß die Zerfallsprodukte wieder
den ursprünglichen Zustand aufbauen. Dies sieht man mit folgender Zerlegung
der Amplitude
 |
(7.13) |
Schiebt man zwischen die
-Funktionen eine Zerlegung der Eins7.1
 |
(7.14) |
wobei die Zustände
den Anfangszustand
zu einer Orthonormalbasis
ergänzen und für die Zerfallsprodukte stehen, so sieht man
 |
(7.15) |
Der letzte Term ist die Amplitude für Zerfall und Wiedererzeugung des Anfangszustandes.
Verschwände dieser letzte Term, so ergäbe sich die Relation
,
aus der exponentieller Zerfall folgte. Da die Zerfallsprodukte den Ort des Geschehens verlassen
und da dabei ihre Dichte abnimmt, sollte man bei lokalen Wechselwirkungen vermuten,
daß Abweichungen vom exponentiellen Zerfall nur bei Zeitauflösungen zu beobachten sind,
die klein gegen die Flugdauer sind, innerhalb derer sich die Zerfallsprodukte so verdünnen,
daß die Wiedererzeugung vernachlässigbar wird.
Auch für große Zeiten muß es Abweichungen vom exponentiellen Zerfall geben, falls der
zerfallende Zustand durch Wirkung des Hamiltonoperators
während der Zeiten
erzeugt worden
ist. Die Forderung, daß die Schrödingergleichung auch zu negativen Zeiten gegolten hat, ist
allerdings nicht zwingend: was bei Präparation und Messung geschieht, hängt vom Aufbau der
Quelle und des Meßapparates ab und wird nicht unbedingt durch den Hamiltonoperator
beschrieben
(vergleiche Abschnitt (5.6)).
Akzeptieren wir aber (7.2) für alle Zeiten, so
ist der Betrag der Amplitude
für positive Zeiten genau dann exponentiell abfallend und durch
mit positiven
Konstanten
und
beschränkt,
wenn
zu allen Zeiten gilt. In diesem Fall ist die Fouriertransformierte
 |
(7.16) |
eine analytische Funktion komplexer Energien
im Streifen
, die zudem für
reelle Energien
unterhalb der Minimalenergie verschwindet, wenn die Energie nach unten beschränkt ist.
Daher muß
verschwinden. Dies steht aber im Widerspruch zu
und
.
Daher kann der Betrag der Amplitude
nicht exponentiell beschränkt sein
sondern muß für große Zeiten langsamer abfallen.
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