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Goldene Regel
Ein Energieeigenzustand kann nicht zerfallen, da aus
für reelle Energie
sich
ergibt.
Herleitungen des exponentiellen Zerfallsgesetzes für einen Zustand, dem eine
definierte Energie zugeschrieben wird, widersprechen sich daher selbst. Auch
kann die Energie
keinen negativen Imaginärteil
haben. Dies würde zwar zu
führen und wird verwendet, um zerfallende
Zustände zu parametrisieren ohne die Zerfallsprodukte beschreiben zu müssen.
Ein Hamiltonoperator, der die Zeitentwicklung eines zerfallenden Zustandes
vollständig beschreibt, muß aber auch die Zerfallsprodukte und ihre
Zeitentwicklung beschreiben. Er muß hermitesch sein, damit
zu allen Zeiten normiert
bleibt, und kann nur reelle Eigenwerte haben.
Betrachten wir einen Hilbertraum, der von einem normierten Zustand
und von dazu orthogonalen, kontinuumsnormierten Basiszuständen
mit
aufgespannt wird
 |
(7.17) |
Diese Basis sei der Zerlegung
 |
(7.18) |
des Hamiltonoperators angepaßt und so gewählt, daß
ein normierter
-Eigenzustand mit Eigenwert
im Kontinuum ist und
daß
zum Kontinuum von
gehörende, verallgemeinerte Eigenzustände
mit einem Entartungsindex
sind
 |
(7.19) |
Konkreter kann man bei
an ein angeregtes Atom denken
und bei
an die Zweiteilchenzuständen aus abgeregtem Atom und Photon.
Die Energie
ist kontinuierlich, weil die möglichen Energien von Photonen,
, kontinuierlich sind.
Die Zweiteilchenzustände
von Atom und Photon sind Energie-entartet,
denn das Photon kann in alle möglichen Richtungen auslaufen.
Wir betrachten die Amplitude
 |
(7.20) |
für den Übergang des normierten
-Eigenzustands
in dazu orthogonale, kontinuumsnormierte
-Eigenzustände
in niedrigster Ordnung in der Wechselwirkung
und entwickeln zu diesem Zweck
in eine Taylorreihe in
. Die Koeffizienten
der Reihe entnehmen wir durch wiederholtes Differenzieren der Relation
 |
(7.21) |
Diese Relation beweist man durch Entwickeln beider Seiten
 |
(7.22) |
mit der kombinatorischen Formel
 |
(7.23) |
Entwickeln wir mit (7.21) den Zeitentwicklungsoperator
nach
,
so verschwindet die Übergangsamplitude in niedrigster Ordnung und ist bis auf Terme höherer Ordnung gegeben durch
 |
(7.24) |
Hierbei haben wir die
-Eigenwertgleichungen verwendet.
In dieser Ordnung wird die
Wiedererzeugung von
aus den Zerfallsprodukten und die Wechselwirkung der Zerfallsprodukte
nicht erfaßt.
Die
-Integration ergibt
 |
(7.25) |
Die Wahrscheinlichkeit, zur Zeit
einen Zustand
im
-Energiebereich
vorzufinden, ist durch das Betragsquadrat dieser Amplitude bestimmt und
niedrigster Ordnung durch
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(7.26) |
gegeben.
Wegen (B.3) gilt für genügend große Zeiten
etwa
 |
(7.27) |
Allerdings darf nicht der Grenzwert
genommen werden, weil sonst
höhere Potenzen von
nicht mehr vernachlässigt werden können. Insbesondere muß
die Zeit
klein gegen die Lebensdauer des zerfallenden Zustandes bleiben: für größere
Zeiten nimmt die Wahrscheinlichkeit, Zerfallsprodukte zu finden nicht mehr linear mit der Zeit zu.
Für kleine Zeiten
, die groß genug für die Näherung (B.3) sind,
deuten wir
als Ableitung
der Wahrscheinlichkeit, den zerfallenden Zustand noch vorzufinden,
und lesen die Zerfallsrate ab.
 |
(7.28) |
Die Zerfallsrate setzt sich additiv aus partiellen Zerfallsraten
von verschiedenen
Prozessen zusammen
 |
(7.29) |
Bei dieser Standardherleitung der Goldenen Regel ist die Zeit
genügend groß, denn kein quantenmechanisches System kann für kleine Zeiten exponentiell zerfallen
(siehe Abschnitt (7.2)). Zusätzlich ist diese Zeit
klein gegen die Lebensdauer
. Es ist bemerkenswert, wie gehorsam
die Textbuchherleitung der Goldenen Regel von Studenten akzeptiert und von Dozenten vorgetragen
wird. Die Annahmen über
schließen sich im Grenzfall gegenseitig aus und Fehler,
die man für mittlere Zeiten macht, die sowohl genügend groß als auch genügend klein sind,
sind nicht leicht abzuschätzen.
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