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In relativistischer Quantenmechanik
ist der Hamiltonoperator
eine Komponente des Viererimpulses.
Zu Lorentztransformationen
, die
erfüllen und daher die Zeitrichtung nicht umdrehen,
gehören unitäre Operatoren
, die auf Zuständen mit ganzzahligem Spin die Lorentztransformationen darstellen.
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(7.61) |
Für halbzahligen Spin und für Lorentztransformationen, die die Zeitrichtung spiegeln, sind
die Verhältnisse verwickelter [5, Kapitel 2]: Zeitumkehr ist als antiunitäre
Transformation realisiert und auf Zuständen mit halbzahligem Spin ist die Überlagerungsgruppe
SL
der Lorentzgruppe dargestellt.
Diese Komplikationen wirken sich aber hier nicht aus.
Die unitären Transformationen bewirken zeitrichtungstreue Lorentztransformationen der Viererimpulse
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(7.62) |
Auf einen Viererimpulseigenzustand
mit
angewendet ergibt
daher
einen Eigenzustand mit lorentztransformiertem Viererimpuls.
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(7.63) |
Für zerfallende Teilchen,
die sich mit Geschwindigkeit
bewegen, folgt hieraus, daß ihre Lebensdauer
durch
Zeitdilatation vergrößert ist.
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(7.64) |
Die Relation ist aus quantenmechanischen Gründen nicht mathematisch exakt. Es kann nämlich streng genommen
kein Teilchen in Ruhe präpariert werden, dazu würde eine konstante, und daher nicht normierbare
Ortswellenfunktion gehören. Arbeitet man, um die Lokalisationsenergie klein zu halten,
mit Wellenfunktionen, die in einem großen Raumgebiet konstant sind und außerhalb des Gebiets schnell
gegen Null gehen, so sieht ein lorentztransformierter Beobachter in diesem großen Raumgebiet den
Zustand vor langer Zeit und nach langer Zeit. Hat man schon die Idealisierung vollzogen, daß
der Zustand exponentiell zerfällt, so entspricht diesem Zerfall für einen lorentztransformierten
Beobachter eine Wellenfunktion, die entgegen der Geschwindigkeitsrichtung exponentiell anwächst.
Ähnlichen Schwierigkeiten begegnet man, wenn man einen zerfallenden Zustand als Impulseigenzustand und
als Eigenzustand eines nichthermiteschen Hamiltonoperators beschreiben will. Hat die Energie einen
negativen Imaginärteil, so hat der lorentztransformierte Zustand einen komplexen Impulseigenwert.
Die entsprechende Wellenfunktion wächst dann in einer Richtung exponentiell an.
Betrachtet man Wellenpakete und arbeitet man mit normierten Zuständen, so ist die
Amplitude
(7.4) schon für stabile Teilchen zeitabhängig. Denn Wellenpakete
freier, massiver Teilchen zerfließen, weil sie aus Anteilen mit unterschiedlichen
Impulsen und daher unterschiedlichen Geschwindigkeiten zusammengesetzt sind.
Abgesehen davon ist die Amplitude
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(7.65) |
eines mit Geschwindigkeit
bewegten Zustands aber einfach deshalb zeitabhängig, weil er sich mit
Geschwindigkeit
bewegt und daher weniger und weniger mit dem Wellenpaket zur Zeit
überlappt.
Um für ein nahezu monochromatisches Wellenpaket die Amplitude dafür zu bestimmen, daß der Zustand
noch zur Zeit
vorhanden ist, muß daher
mit dem um
verschobenen Zustand
(3.25)
verglichen werden.
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(7.66) |
Die mit Geschwindigkeit
bewegten Zustände
erhält man aus ruhenden Zuständen
, sie sind Eigenzustände des räumlichen
Impulses
, durch die unitäre Transformation
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(7.67) |
die zur drehungsfreien Lorentztransformation
gehört,
zum Beispiel
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(7.68) |
für einen in
-Richtung bewegten Zustand.
ist kein Impulseigenzustand, wenn
instabil ist, da
kein Energieeigenzustand ist.
Setzen wir (7.67) in (7.66) ein und verwenden wir (7.62)
so ergibt sich mit
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(7.69) |
Wegen
und
erhalten wir
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(7.70) |
Es zerfällt also das bewegte Teilchen langsamer als das ruhende. Nimmt die
Überlebenswahrscheinlichkeit des ruhenden Teilchens exponentiell mit einer
Lebensdauer
ab, gilt also
, so gilt für
das bewegte Teilchen
.
Es hat also eine Lebensdauer von
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(7.71) |
Auf die Frage, ob Beschleunigung die Lebensdauer beeinflußt oder ob
quantenmechanische Teilchen ideale Uhren sind und die Weglänge der Weltlinie
messen, gibt es keine universelle Antwort. Man muß erwarten, daß die Art der
Beschleunigung wesentlich ist. So greift zum Beispiel ein Magnetfeld in die
Energieverhältnisse von atomaren Niveaus ein und Beschleunigung in einem Magnetfeld
ändert den Gang von Uhren, die Zeit mit atomaren Übergängen messen.
Vergegenwärtigt man sich, daß der Begriff Eigenzeit von der Lokalisation der Uhr
auf eine Weltlinie Gebrauch macht, daß solch eine Lokalisation zu verschiedenen Zeiten
aber im Widerspruch zur Quantenmechanik steht, erkennt man, daß schon die Frage, ob quantenmechanische
Uhren die Weglänge längs einer Weltlinie messen, problematisch ist.
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