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Im folgenden leiten wir den quantenmechanischen Operator für ein
-Plättchen im Polarisationsraum des Photonenzustands her.
Zunächst betrachten wir kurz die klassische Theorie der Ausbreitung von
elektromagnetischen Wellen in anisotropen nichtmagnetischen
nichtleitenden Medien. Die detaillierte Quantentheorie der
Quantenelektrodynamik in kondensierter Materie ist hier zum Verständnis
nicht erforderlich. Wir behandeln auch das Medium als durch die
makroskopischen Materialkonstanten beschrieben und sehen von möglichen
nichtlinearen Vorgängen ab, d.h. wir behandeln die klassische
,,linear-response``-Näherung der
Materie-Wellenwechselwirkung. Wir verwenden rationalisierte Gaußsche
Einheiten mit
(Heaviside-Lorentzsches Maßsystem).
Die so genäherten makroskopischen Maxwellgleichungen beziehen sich dann auf die
vier makroskopischen elektromagnetischen Felder
,
,
und
:
 |
(23) |
Im folgenden gehen wir davon aus, daß die makroskopisch gemittelten
Ladungen und Ströme überall verschwinden, d.h.
und
.
Weiter nehmen wir an, daß die anisotropen Materialien magnetisch neutral
sind, so daß also
 |
(24) |
gesetzt werden kann. Den Zusammenhang zwischen
und
setzen wir jedoch dem anisotropen Medium zufolge als allgemein linear an,
d.h. wir definieren den Tensor
zu
 |
(25) |
Damit haben wir die Maxwellgleichungen über unsere stark vereinfachten
Materialgleichungen wieder auf die elektromagnetischen Grundfelder
und
zurückgeführt:
 |
(26) |
Dabei gehen wir davon aus, daß
innerhalb des betrachteten
Kristalls zeitlich und räumlich konstant ist, d.h. das Material ist zwar
anisotrop, jedoch homogen.
Nun erinnern wir uns der Standardherleitung des Energiesatzes. Dazu bilden
wir den Poyntingvektor
 |
(27) |
von dem wir die Divergenz bilden:
 |
(28) |
Wir wenden nun darauf die entsprechenden Maxwellgleichungen (26) an:
 |
(29) |
Das ist aber dann und nur dann eine totale Zeitableitung, wenn der
Dielektrizitätstensor
symmetrisch ist, und nur dann kann
der Energiesatz gelten. Da wir durch die Erfahrung die Energieerhaltung
für erwiesen ansehen, verlangen wir also
 |
(30) |
Dann dürfen wir (29) schreiben als
 |
(31) |
Da wir weiter
als Energiedichte des elektromagnetischen Feldes deuten
möchten und diese positiv definit sein soll, dürfen wir fernerhin
annehmen, daß
positiv definit ist.
Der Dielektrizitätstensor besitzt nun aber eine Hauptachsenform, d.h. es
existiert ein kartesisches Koordinatensytem, bzgl. dessen dieser Tensor
diagonal ist:
diag
.
Es ist leicht zu zeigen, daß die Maxwellgleichungen für die Felder im
anisotropen Material ebene Wellenlösungen besitzen, wo
,
und
(der
Einheitsvektor in Ausbreitungsrichtung der Welle) koplanar sind und
senkrecht auf dieser Ebene steht. Zum Glück müssen wir uns mit
der geometrisch recht verwickelten Theorie der allgemeinen Doppelbrechung
beim Übergang von Licht in ein anisotopes Medium nicht weiter
beschäftigen. Der interessierte Leser sei auf einführende Physkbücher
wie [JF86,Som78] verwiesen.
Wir benötigen für das folgende nur die Lösung für eine ebene Welle,
die sich in einer Hauptrichtung ausbreitet. Seien also
mit
diese Hauptrichtungen. Sie bilden ein kartesisches
Koordinatensytem und breite sich die elektromagnetische Welle in
-Richtung aus. Der Ansatz für eine Lösung der Maxwellgleichungen im
inhomogenen Medium lautet also:
 |
(32) |
Aus der vierten der Gln. (26) folgt damit
 |
(33) |
d.h. es muß
sein, d.h. für Ausbreitung in Richtung einer der
dielektrischen Hauptachsen des Kristalls ist das elektrische Feld notwendig
transversal polarisiert.
Weiter eliminieren wir nun
aus den Maxwellgleichungen, indem wir
auf die erste Gleichung in (26) den Operator
, auf die dritte
anwenden:
 |
(34) |
Für die spezielle Welle (32) ist nun aber wegen
auch
, und folglich können wir schreiben
 |
(35) |
Einsetzen von (32) führt auf das Gleichungssystem
 |
(36) |
Dieses Gleichungssystem hat zwei linear unabhängige Lösungen, und zwar
Das bedeutet, daß sich in
-Richtung polarisiertes Licht mit einer
anderen Phasengeschwindigkeit ausbreitet als in
-Richtung polarisiertes
Licht. Die allgemeine Lösungen von der Gestalt sich in Richtung
einer der optischen Achsen des Kristalls ausbreitenden ebenen Wellen
ist also durch
![$\displaystyle \vec{E}=\exp(-\ii \omega t)[a_1 \vec{e}_1 \exp(\ii n_1 \omega z) + a_2 \vec{e}_2 \exp(\ii n_2 \omega z)]$](img111.png) |
(39) |
gegeben. Dabei sind
und
i.a. beliebige komplexe Zahlen7.
Ein Wellenplättchen ist nun einfach eine planparelle Platte aus einem
optisch anisotropen Material, die entlang einer Ebene geschnitten ist, die
von zwei der optischen Achsen aufgespannt werden. Die dritte Achse steht
also senkrecht auf der Ebene.
Betrachten wir jetzt eine ebene Welle, die aus dem Vakuum senkrecht auf
dieses Wellenplättchen trifft,
![$\displaystyle \vec{E}=\vec{A} \exp[-\ii \omega(t-z)],$](img114.png) |
(40) |
so tritt aufgrund der üblichen Randbedingungen an die
elektromagnetischen Felder (es müssen sich beim Übergang vom Vakuum
ins Medium und wieder ins Vakuum die Tangentialkomponenten von
und
sowie die Normalkomponenten von
und
stetig ändern) keine Brechung auf, d.h. die Welle läuft unabgelenkt in
der Einfallrichtung weiter. Weiter erhalten wir die Bedingung, daß sich
die Frequenz
der einfallenden Welle im Material nicht ändert.
Setzen wir das Plättchen der Dicke
nun in die xy-Ebene (vgl. Abb.
1), sodaß wir genau die Situation haben, zu der wir die
ebenen-Wellenlösungen soeben bestimmt haben, bedeutet dies, daß für
das folgende elektrische Feld vorliegen muß:
 |
(41) |
Dabei ist
die Wellenlänge des Lichts im
Vakuum. Die Phasendifferenz zwischen der in
- und der in
-Richtung polarisierten Teilwelle ist
 |
(42) |
Nun wird
für
, d.h. ist das
Plättchen gerade eine viertel Wellenlänge dick. Solch ein Plättchen
konvertiert dann linear in zirkular polarisiertes Licht. Freilich darf
die Dicke auch
mit
betragen, denn eine
Dicke, die dem ganzzahligen Vielfachen der Wellenlänge entspricht,
bewirkt nur eine relative Phasenverschiebung um das entsprechende
Vielfache von
, und das läßt (41) ungeändert.
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