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Wir diskutieren noch ein Weilchen über Propagatoren bzw. Greensche
Funktionen der Schrödingergleichung. Der Propagator für ein
quantenmechanisches System wird besonders einfach, wenn man nicht wie
oben die Ortsdarstellung sondern die Energieeigenzustände als
Basissystem wählt. Wir schreiben die Zeitentwicklung wieder im
Heisenbergbild und leiten zunächst die
Zeitentwicklunggleichung der Eigenzustände von nicht explizit
zeitabhängigen Operatoren her. Sei also
der
selbstadjungierte Operator einer Observablen
im Heisenbergbild. Dann
gilt wegen (2.10.10) und (2.11.1)
 |
(2.13.1) |
Wir gehen auch von einem nicht explizit zeitabhängigen Hamiltonoperator
aus. Setzen wir in (2.13.1)
ein, sehen wir, daß
der Hamiltonoperator dann zeitlich konstant ist, so daß wir das
Zeitargument für diesen gleich weggelassen haben. Dann können wir aber
die Lösung der Differentialgleichung (2.13.1) sofort angeben:
![$\displaystyle \op{A}(t)=\exp \left[\frac{\ii \hbar (t-t_0) \op{H}}{\hbar} \right ] \op{A}(t_0) \exp \left[-\frac{\ii \hbar (t-t_0) \op{H}}{\hbar} \right ].$](img589.png) |
(2.13.2) |
Setzen wir
![$\displaystyle \op{B}(t,t_0)=\exp \left[\frac{\ii \hbar (t-t_0) \op{H}}{\hbar} \right ],$](img590.png) |
(2.13.3) |
so ist offenbar
unitär, und wir können für (2.13.2) auch
 |
(2.13.4) |
schreiben, was mit (2.10.1) übereinstimmt, wenn wir annehmen,
daß zur Zeit
im Schrödinger- und Heisenbergbild dieselben
Operatoren verwendet werden, was wir stets tun dürfen. Dabei bezeichnet
wieder den Anfangszeitpunkt, zu dem wir uns das System in
irgendeinem Zustand
präpariert denken. Im Heisenbergbild
sind die
definitionsgemäß zeitlich konstant. Die
Eigenzustände von
sind hingegen wegen (2.13.2)
zeitabhängig. Aus
 |
(2.13.5) |
folgt durch Einsetzen von (2.13.2)
 |
(2.13.6) |
Multiplizieren wir diese Gleichung von links mit
,
folgt
 |
(2.13.7) |
Daraus folgt, daß
Eigenvektor von
zum Eigenwert
ist. Damit ist also
 |
(2.13.8) |
Ist dann
ein VONS von irgendwelchen
Energieeigenvektoren (wobei
wieder die Eigenwerte irgendwelcher
drei voneinander unabhängiger mit
kompatibler Observabler
bezeichnet), so können wir die Zeitentwicklung der Wellenfunktion in
der Energiedarstellung sofort angeben2.11:
![\begin{displaymath}\begin{split}\tilde{\psi}(t,\alpha) &=\braket{\alpha,t}{\psi}...
... (t-t_0)}{\hbar} \right ] \tilde{\psi}(t_0,\alpha). \end{split}\end{displaymath}](img607.png) |
(2.13.9) |
Damit können wir aber auch die Zeitentwicklung in jeder anderen Basis
nach den entsprechenden Energieeigenfunktionen bzgl. dieser Basis
ausdrücken, z.B. in der Ortsdarstellung
![\begin{displaymath}\begin{split}\psi(t,\vec{x}) &=\braket{\vec{x},t}{\psi} = \in...
... (t-t_0)}{\hbar} \right ] \tilde{\psi}(t_0,\alpha). \end{split}\end{displaymath}](img608.png) |
(2.13.10) |
Dabei sind die Energieeigenfunktionen in der Ortsdarstellung
zeitunabhängig, denn es gilt wegen der Unitarität des
Zeitentwicklungsoperators (2.13.3)
 |
(2.13.11) |
Wie wir oben gesehen haben, können wir die
über
die zeitunabhängige Schrödingergleichung berechnen. Dies
folgt im jetzigen Kontext sehr einfach aus
 |
(2.13.12) |
Wir wollen noch eine wichtige Darstellung des Propagators mittels dieser
Energieeigenzustände herleiten. Dazu müssen wir nur
durch die Wellenfunktion in der Ortsdarstellung ausdrücken:
 |
(2.13.13) |
Dies in (2.13.10) eingesetzt liefert
![$\displaystyle \psi(t,\vec{x})=\int_{\R^3} \dd^3 x' \sumint{} \dd \alpha \; u_{\...
...}(\vec{x}) \exp \left[-\frac{\ii E (t-t_0)}{\hbar} \right ] \psi(t_0,\pvec{x}).$](img614.png) |
(2.13.14) |
Der Vergleich mit der Definition des Propagators (2.11.10) liefert
die gewünschte Darstellung vermittels Energieeigenzuständen:
![$\displaystyle U(t,\vec{x};t',\pvec{x})=\sumint{} \dd \alpha \; u_{\alpha}^*(\pvec{x}) u_{\alpha}(\vec{x}) \exp \left[-\frac{\ii E (t-t_0)}{\hbar} \right ].$](img615.png) |
(2.13.15) |
Dem Leser sei zur Übung empfohlen, sich davon zu überzeugen,
daß dieselben Resultate auch aus dem Schrödingerbild
bzw. überhaupt einem beliebigen Bild der Zeitentwicklung
folgen. Im letzteren Fall werden die Rechnungen allerdings ein wenig
komplizierter, da dann sowohl die Zustandsvektoren als auch die
Eigenvektoren von Observablen zeitabhängig werden.
Als Beispiel betrachten wir wieder das freie Teilchen und legen
das Heisenbergbild zugrunde. Hier haben wir gleich mehrere
Möglichkeiten der Wahl für einen vollständigen Satz kompatibler
Observabler für die Energieeigenzustände; z.B. können wir die drei
Impulskomponenten
oder
als den
vollständigen Satz kompatibler Observabler, die auch mit
kompatibel
sind, wählen2.12.
Hier verwenden wir die drei Impulskomponenten
als
vollständigen Satz kompatibler Erhaltungsgrößen. Wegen
 |
(2.13.16) |
sind diese mit
verträglich und folglich zugleich
Energieeigenzustände
 |
(2.13.17) |
wobei wir die Dispersionsrelation für das freie
Schrödinger-Teilchen
 |
(2.13.18) |
eingeführt haben. Die Energieeigenfunktionen sind dann freilich einfach
die ins Dreidimensionale verallgemeinerten Impulseigenfunktionen
(2.4.11)
 |
(2.13.19) |
Die Zeitentwicklung (2.13.10) nimmt demnach die Form
![$\displaystyle \psi(t,\vec{x})=\int_{\R^3} \frac{\dd^3 p}{(2 \pi \hbar)^{3/2}} \...
...\exp \left [-\ii \frac{E(\vec{p}) (t-t_0)-\vec{p} \cdot \vec{x}}{\hbar} \right]$](img622.png) |
(2.13.20) |
an. Gibt man den Anfangszustand in der Ortsdarstellung an, findet man die in
(2.13.20) benötigte Wellenfunktion in der Impulsdarstellung durch
die entsprechende Fourier-Transformation:
 |
(2.13.21) |
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