Interessante Fragestellungen treten auch auf, wenn man zusammengesetzte
Systeme betrachtet, sich aber nur für das Verhalten von Teilsystemen
interessiert. Wie wir in Abschnitt 2.17 gesehen
haben, wird man den quantenmechanischen Zustand eines System i.a. durch
einen Statistischen Operator
beschreiben. Dabei
wird auch gleich der Fall eines reinen Zustandes miterfaßt. Wie wir
oben gesehen haben, liegt ein solcher dann vor, wenn
ist. Es ist klar, daß auch für
zusammengesetzte Systeme wieder jeder selbstadjungierte positiv
semidefinite Operator
mit
als
Statistischer Operator auftreten kann (wobei die Zeitabhängigkeit durch
die von Neumann-Gleichung (2.18.3) gegeben ist).
Betrachten wir nun wieder ein Zweiteilchensystem, so können wir nach
statistischen Eigenschaften für eines der beiden Teilchen fragen, wobei
das Gesamtsystem in irgendeinem i.a. gemischten Zustand, der durch einen
Statistischen Operator
beschrieben wird, präpariert
sein darf. Wie groß ist also die Wahrscheinlichkeit, daß bei Messung
einer Einteilchenobservablen
, im Gesamtraum durch
beschrieben, gerade ein
Eigenwert
auftritt? Um diese Frage zu beantworten, verwenden wir
ein VONS von Eigenvektoren von
. Für
irgendeine auf Teilchen
bezogene Einteilchenobservable können wir
die Produktzustände
als ein solches VONS
verwenden. Gem. (2.17.4) ist die Wahrscheinlichkeit, diese
simultanen Eigenwerte zu finden,
Daher ist es sinnvoll, den in (2.20.2) definierten auf Teilchen 1 bezogenen reduzierten Statistischen Operator
Man überlegt sich auch leicht, daß
genau
dann ein reiner Zustand ist, wenn
der Projektionsoperator
auf einen Produktzustand, d.h. von der Form
ist. I.a. führt aber ein
reiner Zweiteilchenzustand
zu einem
gemischten Zustand für den reduzierten Einteilchenzustand
. In diesem Fall besitzt dann zwar das
Zweiteilchensystem scharf definierte Werte für diejenigen Observablen,
für die
Eigenzustand ist, aber es gibt keine
Einteilchenobservablen, denen scharf bestimmte Werte zukommen. Diese
Eigenschaften quantenmechanischer Systeme führen auf das sogenannte
Einstein-Podolsky-Rosen-Paradoxon [EPR35,Boh35],
auf das wir hier nicht näher eingehen wollen.