Die Argumente, die wir eben im Falle eines Systems aus zwei
ununterscheidbaren Teilchen angewendet haben, können wir uns wörtlich
wiederholt denken für
identische Teilchen. Freilich ist dann die
Gruppe
der Permutationen von
Elementen größer,
besteht nämlich aus
Funktionen. Für
ist diese Gruppe auch nicht mehr Abels, und die
Permutationsoperatoren
auf dem
-fachen Produkt des
Einteilchenraumes mit sich selbst
sind daher nicht mehr
simultan diagonalisierbar. Andererseits gilt nach wie vor unser
physikalisches Argument, daß die Observablen unseres Systems allesamt
mit allen Permutationsoperatoren vertauschen müssen und also nur
solche Unterräume von
zur Beschreibung von
ununterscheidbaren Teilchen geeignet sein können, in denen alle
simultan diagonalisierbar sind und also das Bild dieser
Darstellung abelsch sein muß. Die Darstellungstheorie der symmetrischen
Gruppe (vgl. z.B. [Smi61] Bd. III/1) besagt nun, daß es genau
zwei abelsche Darstellungen gibt, nämlich die triviale, für die alle
Permutationen durch den Einheitsoperator oder die alternierende, für
die
Es ist dann weiter klar, daß die entsprechenden Bosonen-
bzw. Fermionen-
-Teilchenräume von den vollständig symmetrisierten
bzw. antisymmetrisierten Produktzuständen einer beliebigen
vollständigen Einteilchenbasis aufgespannt werden. Wir wählen
zunächst wieder die Orts-Spin-Eigenbasis
als
Einteilchenbasis. Dann haben wir
Das Rechnen in diesen Räumen erweist sich jedoch als recht
kompliziert. Zum Glück existiert ein Formalismus, die
sog. Feldquantisierung, die Vielteilchenrechnungen erheblich
vereinfacht. Um zu diesem Formalismus zu gelangen, müssen wir das
Konzept einer festen Teilchenzahl verlassen. Wir betrachten stattdessen
einen größeren Hilbertraum, in dem wir alle
simultan behandeln
können, den sog. Fockraum. Wir postulieren dazu, daß es genau
einen Zustand, das Vakuum
gibt, der den Fall
beschreibt, daß kein Teilchen vorhanden ist, d.h. der dazugehörige
Hilbertraum ist eindimensional und addieren weiter
orthogonal alle
-Teilchenräume auf:
Im folgenden wollen wir nun zeigen, daß wir die Quantenmechanik von Vielteilchensysteme identischer Bosonen oder Fermionen mit Hilfe der Erzeugungs- und Vernichtungsoperatoren formulieren können. In dem hier betrachteten nichtrelativistischen Fall hat das den Vorteil, daß es sich mit den Feldoperatoren i.a. einfacher rechnen läßt als im Hilbertraum fester Teilchenzahl mit (anti-)symmetrisierten Produktzuständen. Da die Teilchenzahl für nichtrelativistische Prozesse i.a. erhalten bleibt, sind diese Formalierungen der Vielteilchenquantenmechanik also vollständig äquivalent. Im relativistischen Falle stellt sich allerdings heraus, daß eine physikalisch befriedigende Beschreibung für Vielteilchensysteme fester Teilchenzahl problematisch ist und auch nicht der Erfahrung entspricht, denn bei Stoßprozessen mit relativistischen Energien können Teilchen-Antiteilchenpaare oder z.B. elektromagnetische Strahlen (im quantentheoretischen Bild also Photonen) erzeugt und/oder vernichtet werden.