Ob ein Ereignis
gleichzeitig zu einem Ereignis
stattfindet, ist
zunächst nur für die Buchhaltung von Bedeutung, mit der man Ereignisse später,
nachdem man von ihnen erfahren hat, um die Lichtlaufzeit versetzt einordnet. Physikalisch
wichtiger ist, ob
Ursache oder Auswirkung von
ist.
Bewirkt ein Ereignis ein Ergebnis, so stimmen alle Beobachter darin überein, welches Ereignis
Ursache und welches Auswirkung war. Zudem besagt das Kausalitätsprinzip,
daß für jeden Beobachter die Ursache ihrer Auswirkung vorhergeht. In Verbindung mit dem
Relativitäsprinzip folgt daraus, daß sich alle Ursachen, nicht nur elektromagnetische, höchstens
mit Lichtgeschwindigkeit auswirken. Denn es gibt für jedes Paar
und
von Ereignissen, deren
Verbindungslinie schneller als Licht verläuft,
nach Abbildung 1.5 einen Beobachter, für den sich beide Ereignisse gleichzeitig ereignen.
Ebenso gibt es Beobachter, für die
vor
stattfindet, und
Beobachter, für die umgekehrt
vor
stattfindet.
Wenn sich diese Beobachter durch keinen physikalischen Effekt
unterscheiden, weil man Ruhe nicht von gleichförmiger Bewegung unterscheiden kann,
dann können nicht
und
Ursache oder Wirkung voneinander sein.
Die Lichtgeschwindigkeit ist die allgemeine Grenzgeschwindigkeit für die Auswirkung von Ursachen.
Empfangen wir eine Nachricht, so ist die Information vom Sender verursacht. Sie kann daher höchstens mit Lichtgeschwindigkeit übermittelt werden.
Daß die Lichtgeschwindigkeit Grenzgeschwindigkeit aller Wechselwirkungen ist, ist eine physikalische Aussage, die durch Beobachtungen bestätigt oder widerlegt werden kann. Solange man von Neutrinos, die keine elektromagnetischen Wechselwirkungen haben, nicht wußte, wie schnell sie sich ausbreiten, nahm man an, daß ihre Grenzgeschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit sei. Mittlerweile weiß man es genauer: die Grenzgeschwindigkeit von Neutrinos stimmt mit der Lichtgeschwindigkeit mindestens in den ersten neun Dezimalen überein [6]. Denn bei der Supernova SN 1987 a im Februar 1987
hat man Neutrinos und Licht nachgewiesen, die auch nach 160 000 Jahren Laufzeit gleichzeitig eintrafen.
Die Ereignisse
, die von
beeinflußt werden können, bilden die Zukunft
von
und finden um mindestens die Lichtlaufzeit später als
statt.
Die Vergangenheit von
besteht aus denjenigen Ereignissen
, die
sich auf
haben auswirken können, die also um mindestens die Lichtlaufzeit früher als
stattgefunden haben.
Die Ereignisse
, die so früh stattfinden, daß
man sie von
aus nicht mehr beeinflussen kann, und die noch nicht so lange her sind, daß man
schon bei
von ihnen erfahren hätte, nennen wir raumartig zu
.
Ist
raumartig zu
, so ist umgekehrt
raumartig zu
.
Zueinander raumartige Ereignisse können einander nicht beeinflussen.
Anders als Gleichzeitigkeit ist die Eigenschaft von Paaren von Ereignissen, raumartig zu sein,
unabhängig vom Beobachter. Leider ist sie nicht transitiv: ist
raumartig zu
und
raumartig zu
, so folgt daraus nichts darüber, ob
raumartig zu
ist.
Zukunft und Vergangenheit von
werden
durch die bei
aus- und einlaufenden Lichtstrahlen, dem Vorwärts- und den Rückwärtslichtkegel
von
, von den zu
raumartigen Ereignissen getrennt.