Weil ein Teilchen deshalb an einem Ort ist, weil es vorher an einem benachbarten Ort war, und da sich diese Ursache höchstens mit Lichtgeschwindigkeit auswirkt, kommt die Weltlinie des Teilchens in jedem Ereignis aus der Vergangenheit und verläuft in die Zukunft: sie liegt überall innerhalb des Lichtkegels. Es gibt nichts schnelleres als Licht. Nichts überholt Licht.
Als Tachyon bezeichnet man ein Teilchen, das sich mit
Überlichtgeschwindigkeit bewegt und etwa in
Diagramm 1.5 die Weltlinie durch
und
durchläuft.
Es kann in keinem Ereignis
eine Auswirkung auf seiner
Weltlinie bewirken, nicht einmal, ob es später im Ereignis
auf seiner Weltlinie existiert.
Denn aus dem Kausalitäts- und Relativitätsprinzip folgt, daß sich Ursachen höchstens
mit Lichtgeschwindigkeit auswirken.
Wenn Tachyonen existierten und Licht streuen könnten, wären sie für einen Beobachter
,
dessen Weltlinie sie kreuzen, zunächst unsichtbar, denn
ihre Weltlinie schneidet nicht den Rückwärtslichtkegel von frühen Ereignissen auf der Weltlinie
des Beobachters
. Die Rückwärtslichtkegel der späteren Ereignisse auf der Weltlinie
von
hingegen haben zwei Schnittpunkte mit der Weltlinie des Tachyons [8].
Diese beiden Schnittpunkte entfernen sich im Laufe der Zeit in entgegengesetzte Richtungen,
wenn
seine Weltlinie durchläuft.
Das Tachyon erschiene also einem Beobachter als ein Paar von Teilchen, das aus dem Nichts
an einer Stelle entsteht und in entgegengesetzte Richtungen wegläuft.
Es gibt nicht eine
ernstzunehmende Beobachtung, die die Existenz von Tachyonen nahelegt.
Man kann ohne großen Aufwand Ereignisse verursachen, die eine tachyonische Weltlinie bilden, etwa indem man bei einer Landebahn eines Flughafens alle Lampen mit getrennten, gleichlangen Leitungen anschließt, so daß die Lampen nach dem Einschalten gleichzeitig aufflammen. Ein Beobachter auf der Landebahn sieht dann zuerst die nächstgelegene Lampe aufleuchten, danach die beiden benachbarten Lampen, so als würde sich von der nächstgelegenen Lampe nach beiden Seiten überlichtschnell ein Signal ausbreiten. Aber das Aufflammen von Lampen verursacht nicht, daß die Nachbarlampen aufleuchten: zwischen die Lampen gestellte Wände unterbrechen nicht das Signal. Ursache des Aufleuchten ist die Flugleitung, die das Licht eingeschaltet hat. Dieses Einschalten wirkt sich höchstens mit Lichtgeschwindigkeit aus.
Weil sich Ursachen höchstens mit Lichtgeschwindigkeit auswirken, gibt es
keinen wirklich starren Körper.
Zum Beispiel wirkt sich ein Stoß auf das Ende eines Balkens
zunächst nicht auf das andere Ende aus. Mit Schallgeschwindigkeit breitet sich im
Balken die vom Stoß hervorgerufene Kompression als Welle aus und erst nachdem sie
den Körper durchlaufen hat und Schwingungen abgeklungen sind, hat der Balken wieder seine
ursprünglichen Abmessungen. Der Erkenntnis, daß es keinen ideal starren Körper gibt, kann man nicht dadurch ausweichen, daß man sich einen sehr harten Körper vorstellt, der mit starken inneren Kräften einer
Verformung widersteht. Harte Körper haben hohe Schallgeschwindigkeiten, aber die Schallgeschwindigkeit
ist bei allen Materialien viel kleiner als die Lichtgeschwindigkeit
.
Die Vorstellung von einem ideal starren Körper und von Schall, der sich mit Überlichtgeschwindigkeit ausbreitet, widerspricht dem Relativitäts- und Kausalitätsprinzip.