Jede invertierbare, komplexe Matrix
kann eindeutig in ein Produkt einer unitären
Matrix
,
, und einer hermiteschen Matrix
,
,
mit positiven Eigenwerten zerlegt werden
| (12.59) |
| (12.60) |
Weil jede invertierbare, komplexe Matrix
eindeutig zu einem Paar
einer
unitären und einer hermiteschen Matrix gehört, und weil die hermiteschen
-Matrizen einen reellen,
-dimensionalen Vektorraum bilden, ist die Gruppe
GL
der generellen linearen Transformationen
in
komplexen Dimensionen die Mannigfaltigkeit U
.
Wenn die Matrix
aus der Untergruppe SL
der speziellen linearen
Transformationen mit
ist, dann verschwindet die Spur von
,
,
denn es ist
, und
ist das Produkt der Eigenwerte
. Zudem ist
Die Gruppe SL
ist also
die Mannigfaltigkeit SU
.
Insbesondere ist SU
die Mannigfaltigkeit
(D.43), und SL
ist die Mannigfaltigkeit
.
Die eindeutige Zerlegung von Lorentztransformationen in orthogonale Transformationen
und drehungsfreie Lorentztransformationen (D.34) zeigt, daß die zeit- und
raumorientierungstreuen Lorentztransformationen SO
die Mannigfaltigkeit
SO
bilden. Die Drehgruppe SO
ist
.
Es ist also SL
die Überlagerungsmannigfaltigkeit von SO
.
Auch als Gruppe ist SL
die Überlagerung von SO
.
Das heißt: es gibt eine vierdimensionale, reelle Darstellung von SL
,
die jeder komplexen 2
2-Matrix
mit
eine Lorentztransformation
mit
und
zuordnet und mit der
Gruppenverknüpfung verträglich ist,
.
Die Darstellung ist ausschöpfend, jede Lorentztransformation
mit
und
läßt sich als Darstellung
einer komplexen Matrix
mit
schreiben. Dabei ist das Urbild von
eindeutig bis auf das Vorzeichen.
Es gilt
genau dann, wenn
oder
ist.
Die zu
und
gehörige Transformation
ist die lineare Abbildung
| (12.63) |
Die Matrizen
sind eine Darstellung der Gruppe SL
,
da
für hintereinander ausgeführte
Transformationen gilt
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Die Transformation
ist eine Lorentztransformation, denn
die Determinante von
ist das Längenquadrat des Vierervektors
,
Daß sich jedes
SU
als
schreiben läßt (D.49) und ebenso wie
eine Drehung von
um die Achse
um
den Winkel
bewirkt, haben wir schon gezeigt (D.56).
Wir berechnen die zu
,
, gehörige Lorentztransformation.
Die spurfreie, hermitesche Matrix
können wir als Linearkombination
der drei Pauli-Matrizen (D.44) schreiben,
wobei wir
normiert wählen,
.
Die Exponentialreihe
vereinfacht sich wegen
wie in (D.48)
Die Matrix
, die auf
abgebildet wird, schreiben wir als
, wobei
und
ist
und
den Vektor in seinen zu
parallelen und senkrechten Anteil zerlegt.
Zur Berechnung der Transformation von
brauchen wir nur, daß
mit
antivertauscht (D.54),
,
weil
und
senkrecht aufeinander stehen,
| (12.67) |
Die Matrix
vertauscht mit
. Wegen
gilt
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![]() |
(12.69) |
Dies ist die drehungsfreie Lorentztransformation in
-Richtung mit Geschwindigkeit
tanh
. Bis auf das Vorzeichen der Geschwindigkeit stimmt diese
Transformation mit (3.4) überein.
Schreiben wir
als Darstellung der Lorentztransformation
(D.39), die ein ruhendes Teilchen mit
Masse
auf ein Teilchen mit Viererimpuls
,
, abbildet, so ist
und
tanh
. Um
durch
statt durch
und
zu parametrisieren, brauchen wir die Hyperbelfunktionen
von
. Wegen
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(12.70) |
![]() |
(12.71) |
Da sich jede zeitrichtungstreue und volumentreue Lorentztransformation eindeutig in eine
Drehung
und eine drehungsfreie Lorentztransformation
zerlegen läßt (D.34)
und ebenso jede Matrix
mit
in ein Produkt
(D.58) einer unitären Matrix
,
, mit einer hermiteschen Matrix
,
,
und da zu jeder Drehung in drei Dimensionen genau ein Paar
unitärer Matrizen aus
SU
gehört (D.56) und zu jeder drehungsfreien Lorentztransformation
aus SO
genau
eine Matrix
(D.72), die durch
die entsprechende
Lorentztransformation bewirkt, ist, wie behauptet, SL
die Überlagerung
von SO
.
Die Basismatrizen
und
, die zu infinitesimalen Drehungen
und drehungsfreien Lorentztransformationen gehören, fassen wir mit der Schreibweise
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(12.73) |
![]() |
(12.74) |
| (12.75) |
Anders als bei Drehungen oder drehungsfreien Lorentztransformationen können nicht alle
Matrizen
SL
als Exponentialreihe infinitesimaler Transformationen
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(12.76) |
![]() |
(12.77) |