Auch wenn allgemeiner das Ereignis
nicht in der
-
-Ebene liegt, muß die
Lorentztransformation
der
-Koordinaten auf
-Koordinaten
linear sein.
Denn die Weltlinien freier Teilchen sind für jeden Beobachter Geraden in der Raumzeit.
Folglich werden Dreiecke, die von drei sich schneidenden Geraden gebildet werden,
auf Dreiecke abgebildet. Da Dreicke von Differenzvektoren
und
aufgespannt werden, wobei für die
dritte Seite
gilt, gilt
für die transformierten Seiten.
Wegen
gilt
für ganzzahlige
,
aus
folgt
für rationales
und,
weil
stetig ist, für jedes reelle
. Also ist
linear.
Die Koordinaten
und
sind Linearkombination von
,
,
und
,
die für beliebige
und
verschwinden, wenn das Ereignis
in der Ebene
liegt.
Daher hängen sie nicht von
und
ab
Ebenso sind
und
Linearkombinationen, die für
mit (3.4) übereinstimmen.
Die Lorentztransformation muß Längenquadrate invariant lassen (2.37). Denn
die Zeit, die auf einer gleichförmig bewegten Uhr zwischen
und
vergeht, hängt nicht
vom Beobachter ab. Da sich das Skalarprodukt als Differenz von Längenquadraten schreiben läßt
(2.47), müssen Lorentztransformationen alle Skalarprodukte invariant lassen.
Daher verschwinden die Koeffizienten
,
,
und
.
Denn die vier Basisvektoren
,
,
und
stehen aufeinander
senkrecht. Diese Vektoren haben für
die Komponenten
,
,
und
und die ersten beiden müssen auf den letzten beiden senkrecht stehen.
Also gelten (3.4) und (3.5) für beliebige
, wobei (3.5)
noch dadurch eingeschränkt ist, daß alle Längenquadrate invariant sind,
| (3.6) |
![]() |
(3.7) |
Falls
ist, nennt man die Lorentztransformation drehungsfrei.
Diese Lorentztransformation ist als passive Transformation zu lesen, die
den Zusammenhang der Koordinaten beschreibt, die
und
für Ereignisse
verwenden. Sie verändert nicht die Ereignisse. Als aktiv bezeichnet man
diejenigen Transformationen, die Ereignisse auf andere Ereignisse abbilden. Dreht man in (3.9)
das Vorzeichen der Geschwindigkeit
um, so erhält man die Matrix der Lorentztransformation, die
aktiv die Weltlinie eines ruhenden Teilchens im unveränderten Koordinatensystem auf die Weltlinie eines Teilchens
abbildet, das sich mit Geschwindigkeit
in
-Richtung bewegt.
Wenn man bei einer Drehung den Drehwinkel stetig von Null bis zu seinem Endwert
vergrößert, so durchläuft dabei jeder Punkt einen Kreisbogen, denn Drehungen lassen den Abstand zum Ursprung ungeändert. Ebenso durchlaufen im Diagramm (3.2) Punkte in der Raumzeit Hyperbeln, wenn man auf die Punkte Lorentztransformationen anwendet, deren Geschwindigkeiten Werte von Null bis
Bezeichnen wir in (3.9) den Vierervektor
kurz mit
und die
Lorentzmatrix mit
, so schreibt sich die Lorentztransformation als
| (3.10) |
Allgemeiner kann sich bei einer Lorentztransformation der Beobachter
mit
Geschwindigkeit
in eine beliebige Richtung bewegen,
und seine räumlichen Bezugsrichtungen können gegenüber
verdreht sein.
Die Matrix solch einer Lorentztransformation ist von der Form
(D.34),
wobei
und
Drehmatrizen sind und
die Matrix in (3.9) ist, die zu Bewegung
in
-Richtung gehört.
Darüberhinaus müssen sich die Weltlinien beider Beobachter nicht im
Ursprung schneiden, sondern können gegeneinander zeitlich und räumlich um
verschoben sein. Dann gehen die
-Koordinaten durch die Poincaré-Transformation
Daß Poincaré-Transformationen die allgemeinsten Transformationen sind, die die zeitlichen Abstände
von Ereignissen unverändert lassen (2.37), ergibt sich aus der Killing-Gleichung
(E.29, E.31).
Aber Lorentztransformationen und Verschiebungen sind nicht die allgemeinsten Transformationen, die die
Lichtgeschwindigkeit invariant lassen. Sie bleibt bei konformen Transformationen
ungeändert, die eine größere Gruppe bilden, und zu denen insbesondere die Streckungen aller
Koordinaten, die Dilatationen
, gehören.
Daher erscheint mir die Herleitung von Lorentztransformationen aus dem Verhalten einer Lichtuhr
nicht zwingend, denn dabei wird unterstellt statt hergeleitet,
daß sich die räumlichen Koordinaten senkrecht zur Bewegungsrichtung nicht ändern.