Sind zwei gegeneinander bewegte Beobachter zur gleichen Zeit am gleichen Ort, so stimmen ihre Rückwärtslichtkegel überein und jeder Lichtpuls, den der eine Beobachter sieht, wird auch vom anderen Beobachter registriert. Dennoch sehen sie etwas verschiedenes. Farbe, Richtung und Helligkeit des Lichtes hängen von der Geschwindigkeit des Beobachters ab.
Der Dopplereffekt ändert die Frequenz, also die Farbe, des Lichtes und ebenso die Zahl der Photonen, die pro Sekunde empfangen werden. Aberration ändert die Richtung, unter denen das Licht einfällt, und daher auch die Dichte der Lichtstrahlen. Das Bild, das der bewegte Beobachter sieht, ist also eine verfärbte, verzerrte und in seiner Helligkeit geänderte Version des Bildes des ruhenden Beobachters [23]. Topologisch, das heißt in den Lagebeziehungen, stimmen beide Bilder überein, da sich das zweite Bild durch eine stetige, umkehrbare Abbildung aus dem ersten ergibt.
Um die Einfallsrichtung eines Lichtpulses für gegeneinander bewegte Beobachter
und
rechnerisch zu vergleichen,
wählen wir als Koordinatenursprung das Ereignis, in dem sich beide Beobachter und der Lichtpuls treffen.
Die Richtungen wählen wir so, daß sich
für
in
-Richtung und
für
in
-Richtung bewegt
und daß für beide Beobachter der Lichtpuls in der
-
-Ebene beziehungsweise in
der
-
-Ebene läuft.
Mit dieser Wahl gehen die Koordinaten
, die
für die Weltlinie des
Lichtes mißt, durch eine drehungsfreie Lorentztransformation
aus den Koordinaten
(2.29) hervor, die
ermittelt.
Dabei ist
die Richtung, in die sich der Lichtstrahl bewegt und
die Gegenrichtung, aus der
den Lichtstrahl einfallen
sieht. Der Winkel
ist der Winkel,
den
zwischen der Einfallsrichtung des Lichtes und der Richtung sieht, in die
sich
von ihm entfernt.
Entsprechend ist
in
der Winkel,
den
zwischen der Einfallsrichtung des Lichts und der Gegenrichtung sieht, in die
sich
entfernt.
Die drehungsfreie Lorentztransformation in
-Richtung läßt die
- und
-Koordinaten invariant und
streckt die Differenz
um den Faktor
(2.8),
(3.2). Der Beobachter
sieht folglich beim Lichtstrahl das Verhältnis
Die Abänderung der Richtung, mit der Lichtstrahlen für bewegte Beobachter einfallen,
heißt Aberration.
Da der Tangens monoton mit dem Winkel wächst, ist
für
kleiner als
.
Licht kommt einem bewegten Beobachter wie Regen mehr aus der Richtung entgegen,
in die er sich bewegt.
In (3.21) ist die Abhängigkeit der transformierten Einfallsrichtung vom Transformationsparameter,
der Geschwindigkeit
, und der ursprünglichen Richtung getrennt:
transformiert linear. In
ausgedrückt
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(3.23) |