Untersuchen wir, wie in Abbildung 3.4 in Aufsicht dargestellt, das eindimensionale Bild
der Kanten eines flachen, kurzen Lineals mit Kantenlängen
Zur gleichen Zeit und am gleichen Ort sieht ein
in
-Richtung mit Geschwindigkeit
bewegter Beobachter
die Kanten eines an ihm vorbeifliegenden Lineals, dessen Bildpunkte
im Vergleich zum ruhenden Beobachter durch Aberration versetzt sind und einen
Winkel
mit der
-Achse bilden.
Da Aberration konform ist, ist das Längenverhältnis der sichtbaren Kanten des Lineals für
den bewegten Beobachter das gleiche wie für den ruhenden Beobachter. Beide sehen also die
Projektion eines um
senkrecht zur Blickrichtung gedrehten Lineals. Wenn man ein bewegtes Lineal
unter einem Winkel
zur
-Achse sieht, erscheint es
gegenüber einem dort ruhenden Lineal wie um
gedreht.
Da Aberration die Größenverhältnisse kleiner, benachbarter Objekte bewahrt, ist das Bild des bewegten Lineals in keiner Richtung kontrahiert.
Der bewegte Beobachter sieht das Bild um den Faktor
(3.31) vergrößert.
Er sieht daher in Richtung
die Kanten eines Lineals im Abstand
.
Das ist der Abstand, den es für den Beobachter hatte, als es das Licht aussandte, das er
im Richtung
sieht.
Die sichtbare Größe des bewegten Lineals hängt nicht von seiner Geschwindigkeit,
sondern nur vom retardierten Ort ab, an dem es für den Beobachter bei Aussenden des Lichtes war.
Ein Beobachter sieht ein ruhendes, unveränderliches Objekt, wo und wie es ist, auch wenn er die Lichtstrahlen um die Lichtlaufzeit später sieht. Ein bewegtes, kleines Objekt sieht er nicht, wo es ist, sondern wo es war, und mit der dazu gehörigen Größe. Aber er sieht es so, wie es ist, nämlich mit denselben Größenverhältnissen der sichtbaren Flächen wie zur gleichen Zeit am gleichen Ort der Beobachter, für den das Objekt ruht. 3.2
Die verdeckte Kante des Lineals ist nicht zu sehen, bevor das Lineal am Beobachter vorbeigeflogen ist.
Für den ruhenden Beobachter ist die rechte, kurze Kante des Lineals nur sichtbar, falls es in
-Richtung
hinter ihm ist. Dann ist es auch hinter dem bewegten Beobachter. Denn wenn sich zwei gegeneinander bewegte
Beobachter zu einer Zeit an einem Ort treffen, so stimmen sie darin überein, welche Ereignisse zur dieser Zeit
Licht, das mit einem Winkel
mit
Objekte, die ein Beobachter mit einem kleinerem Winkel als
sieht, sind vor ihm;
die Objekte, die er mit größerem Winkel sieht, sind schon hinter ihm.
Da dieser Winkel trennt, was vor und hinter dem Beobachter ist, nennen wir ihn nach dem
römischen Gott der Tore und Durchgänge Januswinkel, so wie der Januar zwischen dem alten Jahr
und dem Rest des neuen Jahres liegt.