Nächste Seite: Wirkungsprinzip
Aufwärts: Relativistische Teilchen
Vorherige Seite: Beschleunigte Uhren
  Inhalt
  Index
Kräftefreie Teilchen bewegen sich mit gleichförmiger Geschwindigkeit. Sie durchlaufen also
gerade Weltlinien. Vergleichen wir verschiedene Weltlinien durch zwei zueinander zeitartige
Ereignisse
und
, so ist die gerade Weltlinie dadurch ausgezeichnet,
daß die in (4.2) definierte Zeit
 |
(4.8) |
größer als auf allen anderen Weltlinien
von
nach
ist. Zu diesem Schluß gelangt man,
wenn man die Weltlinie variiert und die Zeit
für eine Kurve
für kleine
auswertet. Dann ändert sich
in erster Ordnung um
und nach partieller Integration erhält man für die Differenz
 |
(4.9) |
Randterme treten bei der partiellen Integration nicht auf,
da auch die variierte Weltlinie durch
und
geht und
da demnach
und
ist.
Für eine Weltlinie extremaler Zeitdauer verschwindet
für alle Funktionen
, die diese
Randbedingungen erfüllen. Die Funktionen
müssen daher die Differentialgleichungen
 |
(4.10) |
erfüllen, die besagen, daß der Einheitsvektor in Richtung der Tangente konstant ist.
Die Länge des Tangentialvektors
wird nicht festgelegt, da die Zeit
,
wie in (4.4) gezeigt, nicht von der Parametrisierung der Weltlinie abhängt.
Gleichung (4.10) ist notwendig dafür, daß die Zeit
sich nicht in erster Ordnung in
ändert, das heißt, daß die Zeit stationär ist:
Wäre der Faktor bei
zu einem Zeitpunkt größer Null,
so wäre er in einer ganzen Umgebung dieses Punktes größer Null. Wählte man dann ein
, das
außerhalb dieser Umgebung verschwindet und innerhalb dieser Umgebung positiv ist, so wäre
negativ und die Zeit
nicht stationär.
Wählt man die Parametrisierung so, daß der Tangentialvektor konstante Länge
hat
 |
(4.11) |
dann stimmt der Bahnparameter
bis auf Wahl des Nullpunktes mit der Uhrzeit
auf der
Weltlinie
überein und Gleichung (4.10)
besagt, daß die Beschleunigung
längs der Bahn
verschwindet, daß der Tangentialvektor konstant ist
 |
(4.12) |
und daß die Weltlinie extremaler Zeit durch
 |
(4.13) |
gegeben ist.
und
werden
durch Anfangs- oder Randbedingungen festgelegt.
Bei vorgegebenen Anfangs- und Endpunkten ist die Gerade in der Raumzeit eindeutig
festgelegt. Auf ihr ist die Zeit nicht nur stationär, sondern extremal.
Die extremale Zeit
ist auf der geraden Weltlinie von
nach
größer als auf einer Weltlinie mit Knick. Die extremale Zeit ist also maximal.
Da freie Teilchen definitionsgemäß gerade Weltlinien
durchlaufen, ist die Eigenzeit (4.8) bis auf einen Normierungsfaktor ihre Wirkung
![$\displaystyle W_{\text{Teilchen}}[x]=-m\, c \int\!ds\, \sqrt{\Bigl (\frac{dx}{ds}\Bigr )^2}\ .$](img805.png) |
(4.14) |
Die physikalisch durchlaufenen Bahnen erfüllen die Bewegungsgleichung (4.10),
auf ihnen ist bei festgehaltenen Randpunkten die Wirkung (4.14) extremal.
Nächste Seite: Wirkungsprinzip
Aufwärts: Relativistische Teilchen
Vorherige Seite: Beschleunigte Uhren
  Inhalt
  Index
FAQ Homepage