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Die Wirkung (4.14) des freien, relativistischen Teilchens ist invariant
unter Translationen
. Dazu gehören vier infinitesimale
Translationen
, die jeweils die zugehörige Koordinate
verschieben4.7
 |
(4.89) |
Die Lagrangefunktion in (4.14)
ist unter diesen Translationen invariant,
die Größe
in den Noether-Ladungen (4.48) ist Null.
Die zu Translationen
gehörigen Erhaltungsgrößen
sind die vier Komponenten des Viererimpulses4.8
 |
(4.90) |
Der Viererimpuls hängt nicht von der Parametrisierung der Weltlinie ab. Wir wählen
,
und erhalten wegen
und
den Viererimpuls (3.45)
 |
(4.91) |
Die Nullkomponente des Viererimpulses,
, ist bis auf einen Faktor
die Energie
. Es ist ja
die Erhaltungsgröße zu Translationen von
und
die Erhaltungsgröße, die zu Translationen von
gehört.
ist der räumliche Impuls.
Die Wirkung für
freie Teilchen ist einfach die Summe von Wirkungen (4.14), wobei
das
-te Teilchen die Bahnkurve
, durchläuft
![$\displaystyle W[x_{(1)},\dots,x_{(N)}]= \sum_{i=1}^N - m_i c \int\!ds \,\sqrt{\Bigl (\frac{dx_{(i)}}{ds}\Bigr )^2}\ .$](img1083.png) |
(4.92) |
Selbstverständlich bleibt der Gesamtimpuls
 |
(4.93) |
erhalten, denn schon jeder einzelne Viererimpuls ist wegen fehlender Wechselwirkung der Teilchen
eine Erhaltungsgröße. Aber anders als die einzelnen Impulse bleibt der Gesamtimpuls auch bei
Wechselwirkung eine Erhaltungsgröße, wenn die Wechselwirkung invariant unter Translationen
von Raum und Zeit ist. Dies besagt das Noethertheorem (Seite
).
Wenn man den Beitrag der Wechselwirkung zum Impuls bei weit voneinander entfernten Teilchen
vernachlässigen kann, so ist dieser erhaltene Impuls durch die Summe (4.98) der Impulse
der einzelnen, genügend weit voneinander entfernten Teilchen gegeben.
Daß bei wechselwirkenden Teilchen die Energie und der räumliche Impuls
erhalten bleiben, ist in allen relevanten Experimenten und Beobachtungen
bestätigt. Gemäß Noethertheorem besagt diese beobachtete Energie- und Impulserhaltung,
daß die Wirkung unter Verschiebungen in der Raumzeit invariant ist oder, anschaulicher
formuliert, daß kein physikalischer Effekt ein Ereignis als Ursprung in
der Raumzeit auszeichnet.
Allerdings bedurfte es einer ,,verzweifelten Hypothese`` von Pauli, der ein Neutrino als
zusätzlichen Buchungsposten einführte, um die Energie-Impuls-Bilanz beim Betazerfall
auszugleichen. Jahrzehnte später wurde das Neutrino, mittlerweile genauer 3 Arten von Neutrinos,
nachgewiesen und seine postulierten Eigenschaften experimentell bestätigt.
Energie- und Impulserhaltung gilt nicht in der
Allgemeinen Relativitätstheorie,
wenn die Metrik nicht invariant unter Translationen ist.
Zum Beispiel kühlt im expandierenden Universum, dessen Metrik zeitabhängig ist,
die Hintergrundstrahlung ab, ohne daß die dabei abnehmende
Energie woanders erscheint. Der fehlenden Energieerhaltung entspricht die fehlende
Invarianz unter Zeittranslationen: die Zeitentwicklung des
Universums zeichnet den Urknall als besonderes Ereignis aus.
Weil Skalarprodukte
(2.43)
 |
(4.94) |
unter Lorentztransformationen
invariant sind,
sind die Koeffizienten
jeder infinitesimalen Lorentztransformation
 |
(4.95) |
multipliziert mit
Matrixelemente einer antisymmetrischen Matrix
 |
(4.96) |
Denn für alle
und
gilt
 |
(4.97) |
Hierbei haben wir für die infinitesimalen Transformationen,
die Ableitungen nach den Transformationsparametern sind,
die Produktregel verwendet.
Weil Lorentztransformationen Skalarprodukte invariant lassen, ist auch die Lagrangefunktion
(4.14) unter infinitesimalen Lorentztransformationen
invariant. Gemäß Noethertheorem gehört zu dieser Invarianz die Erhaltungsgröße
 |
(4.98) |
Bei der letzten Umformung ist ausgenutzt worden, daß
gilt und daß aus (4.101)
folgt.
Da
für jedes antisymmetrische
eine Erhaltungsgröße ist, sind insbesondere
 |
(4.99) |
Erhaltungsgrößen. Es ist
antisymmetrisch und nur 6 dieser Größen sind unabhängig.
Für
handelt es sich um die drei Komponenten des Drehimpulses
 |
(4.100) |
Ebenso wie Translationsinvarianz die Erhaltung von Energie und Impuls von wechselwirkenden Teilchen
sichert, so hat Lorentzinvarianz, spezieller Invarianz unter der Untergruppe der Drehungen, die Erhaltung des Drehimpulses
zur Folge.
Die Erhaltungsgrößen
für
sind die mit der Gesamtenergie multiplizierten Koordinaten
des anfänglichen Energieschwerpunktes
 |
(4.101) |
denn die Größen
sind zeitunabhängig und können zur Zeit
ausgewertet werden.
Summieren wir
verschiedener Teilchen und verwenden wir,
daß diese Summe auch bei wechselwirkenden Teilchen zeitunabhängig ist, so zeigt eine einfache
algebraische Umformung den Schwerpunktsatz, daß sich der Energieschwerpunkt
gradlinig gleichförmig
mit der Schwerpunktsgeschwindigkeit
bewegt
 |
(4.102) |
Unter Poincaré-
Transformationen
transformieren die Erhaltungsgrößen
und
reduzibel
 |
(4.103) |
denn der Unterraum
wird auf sich abgebildet,
aber nicht vollständig reduzibel, denn es gibt keinen komplementären Unterraum,
der ebenfalls auf sich abgebildet wird.
Die Transformation des Drehimpulses unter Translationen,
,
ist der Satz von Steiner.
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