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Drehbewegung

Drehbewegung, die zeitliche Änderung von Richtungen, kann man, anders als gradlinige Bewegung, ohne Bezug auf andere Körper, wie etwa die Fixsterne, messen. Sendet man Licht in eine Richtung aus, dann sieht man das reflektierte Licht, wenn man sich inzwischen gedreht hat, aus einer anderen Richtung zurückkommen, und man muß bei einer Filmvorführung in eine Richtung projizieren und in eine andere Richtung schauen. Nur wenn man sich nicht dreht, kommt reflektiertes Licht jeweils aus der Richtung zurück, in die man es ausgesendet hatte. In drehenden Bezugssystemen sind Lichtstrahlen nicht umkehrbar. Darauf beruhen Interferometer, die zum Beispiel in Flugzeugen oder Raketen Drehbewegung mit einer Genauigkeit von $ 10^{-8}$ Grad pro Sekunde messen [2,3].

Die Situation, bei der man von einem Objekt umkreist wird, ist von eigener Drehung physikalisch verschieden. Es kommt zwar in beiden Fällen das Licht vom Objekt aus Richtungen, die sich im Laufe der Zeit ändern, aber wenn man sich nicht selbst dreht, sieht man jeden einzelnen, vom Objekt reflektierten Lichtpuls aus der Richtung zurückkommen, in die man ihn ausgesendet hatte.

Erstaunlicherweise stimmen diese durch lokale Eigenschaften festgelegten, drehungsfreien Bezugssysteme bei heutiger Meßgenauigkeit überein mit den Systemen, in denen das Licht von Sternen aus Richtungen einfällt, die sich im Laufe der Zeit nicht ändern, wenn man von Sternbewegung, Parallaxe und Aberration absieht. Dies ist nicht selbstverständlich und gilt genau genommen nicht mehr in der Nähe der sich drehenden Erde oder wenn man sie umkreist (6.103, 8.104).




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