Die Feldstärken im gestrichenen System
![]() |
(5.131) |
Die Transformationen (5.131, 5.133) sind Tensortransformationen
(A.79). Die transformierten Komponenten als Funktion der Koordinaten
sind linear in den ursprünglichen Komponenten am Ort
. Zudem treten passend zum Indexbild Transformationsmatrizen
auf. Weil die Transformation linear ist, sind Summe und Vielfache
von Tensoren gleichen Transformationsgesetzes wieder Tensoren und bilden Vektorräume.
Die Assoziativität des Tensortransformationsgesetzes
folgt aus der Kettenregel der Differentation, denn sei
durch eine weitere
Koordinatentransformation als Funktion von
gegeben, so gilt
für die verkettete Funktion
![]() |
(5.133) |
Antisymmetrisierte Ableitungen von antisymmetrischen
Tensorfeldern mit unteren Indizes, die wie (5.131) und (5.133) transformieren,
transformieren ihrerseits wieder wie ein Tensorfeld mit einem zusätzlichen Index, denn störende
zweite Ableitungen
verschwinden durch die Antisymmetrisierung.
Völlig analog zur Herleitung von (5.133) aus dem Transformationsgesetz (5.131)
folgt aus (5.133), daß die antisymmetrisierte Ableitung von
wie ein Tensor
transformiert
![]() |
(5.134) |
Auch die inhomogenen Maxwellgleichungen (5.16) sind invariant unter
beliebigen Koordinatentransformationen, wenn wir die inhomogenen Maxwellgleichungen
als Definition der Ladungs- und Stromdichte lesen. Jedes Viererpotential
ist Lösung der Maxwellgleichungen für irgendeine Ladungs- und Stromverteilung.
Aber Elektrovakuum, das ist ein Raumzeitgebiet mit
, in dem zwar
elektromagnetische Feldstärken, nicht aber Ladungs- und Stromdichten vorhanden sind,
ist nicht unter allgemeinen Koordinatentransformationen invariant.
Um Invarianztransformationen von Elektrovakuum zu bestimmen, untersuchen wir die zu
einer infinitesimalen Transformation,
,
,
gehörige Änderung
der Felder.
Das Vektorfeld
hängt zunächst beliebig von
ab. Da wir nur in erster Ordnung in
rechnen, ist
, denn wenn man
entwickelt,
ist die Differenz von höherer Ordnung in
. Für die partiellen Ableitungen
erhalten wir daher
und (5.131) lautet näherungsweise
| (5.135) |
Jedes Elektrovakuum wird in Elektrovakuum transformiert, wenn
für alle
und für alle
, deren total
antisymmetrischer Anteil
verschwindet (A.29) und die zu Elektrovakuum
gehören, die Änderung der Strom- und Ladungsdichte
![]() |
(5.139) |
| (5.140) |
Gemäß (E.84) folgt im flachen Raum aus der konformen Killinggleichung
| (5.142) |
Damit auch die materieerfüllten Maxwellgleichungen unter konformen Transformationen invariant
sind, muß der Strom
so wie
(5.139, 5.142) transformieren
![]() |
(5.143) |
![]() |
(5.144) |
Die Eigenschaften der Materie schränkt die Symmetriegruppe physikalischer Vorgänge weiter ein. Gleichmäßige Beschleunigung läßt sich von unbeschleunigter Bewegung unterscheiden. Von den konformen Transformationen bilden aber nur Dilatationen (E.93) und Poincaré-Transformationen gerade Weltlinien wieder auf Geraden ab.
Zudem hat die Strahlung, die von angeregten Atomen und Molekülen ausgesendet wird, charakteristische Frequenzen. Wenn man diese Frequenzen durch eine Dilatation mit einem willkürlichen Faktor vergrößert, erhält man nicht die charakteristischen Frequenzen von Atomen und Molekülen, die tatsächlich existieren. Von der konformen Invarianzgruppe der Maxwellgleichungen verbleibt als Symmetriegruppe physikalischer Vorgänge die Poincaré-Gruppe.
Die Lagrangedichte der Maxwell-Wirkung (5.117) ändert sich unter einer infinitesimalen Koordinatentransformation (5.138) um
Die Maxwell-Lagrangedichte ist invariant unter Eichtransformationen
| (5.146) |
| (5.147) |
Zu jedem konformen Killingfeld
gehört eine Symmetrie der Maxwellwirkung unter
der kombinierten Transformation und nach Noethertheorem der erhaltene
Strom (G.20)
![]() |
(5.148) | |
![]() |
(5.149) |
Die Komponenten des Energie-Impulstensors sind als
Energiedichte
, Energiestrom
, Impulsdichten
und Impulsströme
der elektromagnetischen Felder
zu deuten, denn per Definition ist die Energie
die Erhaltungsgröße, die zur Invarianz der Wirkung unter Zeittranslationen
gehört, und der Impuls gehört zur Invarianz unter räumlichen Translationen, zum Beispiel
.
Ein gleichförmig bewegter Beobachter, der das Ereignis mit den Poincaré-transformierten Koordinaten
durchläuft, mißt dort elektromagnetische
Feldstärken
(5.133). Es stimmen
nämlich die Elemente
der inversen Lorentzmatrix wegen
(D.21)
mit
überein,
.
Für die Komponenten
und
des elektrischen und magnetischen Feldes
besagt das Transformationsgesetz insbesondere, wenn wir die Summation aufspalten,
![]() |
| (5.151) |
![]() |
![]() |