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Es ist bemerkenswert, daß diese ungleiche Transformation der parallelen und senkrechten
Anteile zur Folge hat, daß das elektrische Feld einer gleichförmig bewegten Punktladung
jederzeit zu dem Ort zeigt, an dem es augenblicklich ist:
Ein bei
ruhendes
Teilchen der Ladung
erzeugt bei
das elektrische Feld
 |
(5.154) |
Die
- und
-Komponenten des elektrischen Feldes erscheinen
einem Beobachter, der sich mit Geschwindigkeit
entgegen
der
-Achse bewegt, um
vergrößert,
 |
(5.155) |
und in eigenen Koordinaten
,
und
,
Das elektrische Feld eines Teilchens, das die Weltlinie
gleichförmig durchläuft, zeigt
zur Zeit
am Ort
in Richtung
vom augenblicklichen Ort des Teilchens
zu
. Das Feld ist nicht
radialsymmetrisch, sondern hängt vom Winkel
zwischen der Geschwindigkeit und der
Richtung
vom Teilchen ab.
In Bewegungsrichtung ist es um
schwächer als quer dazu.
Ein relativistisches, geladenes Punktteilchen, das eine Weltlinie
durchläuft, koppelt durch einen Zusatzterm, die Wechselwirkung
![$\displaystyle W_{\text{Kopplung}}[A,x]=-\frac{q}{c}\int\! ds\, \frac{dx^m}{ds} A_m(x(s))\ ,$](img1628.png) |
(5.157) |
zur Wirkung (4.14) des freien Teilchens und der Maxwellwirkung (5.117)
des freien elektromagnetischen Feldes an die elektromagnetischen Felder
.
Die Wechselwirkung
ist bis auf Randterme
invariant unter Reparametrisierung
der Weltlinie
und unter Eichtransformationen
.
Die Wechselwirkung ist auch invariant unter allgemeinen Koordinatentransformationen,
allerdings ist die Maxwell-Wirkung nur unter der Untergruppe der konformen
Transformationen invariant und die Wirkung der Punktteilchen nur unter der
noch kleineren Gruppe der Poincaré-Transformationen. Insbesondere ist
wegen der Translationsinvarianz der Gesamtimpuls und die Gesamtenergie erhalten.
Wenn wir die Weltlinie
variieren, ändert sich der Integrand von
in erster Ordnung um
 |
(5.158) |
Der erste Term ist eine Ableitung, die zu
nur Randterme beiträgt und die
verschwinden, wenn die Variation
am Rand verschwindet.
Kombiniert mit der Variation der Wirkung (4.14) des freien Teilchens ergeben sich
die Bewegungsgleichungen
 |
(5.159) |
mit Teilchenimpulsen
, die durch (4.95) gegeben sind.
Die Bewegungsgleichungen sind invariant unter Reparametrisierungen
.
Wählen wir als Bahnparameter die Zeit
,
so stimmen sie überein mit den Gleichungen (5.36),
die die Erhaltung der Gesamtenergie und des Gesamtimpulses
garantieren und aus denen man die Lorentzkraft abliest.
Um die Auswirkung der Kopplung auf das elektromagnetische Feld zu bestimmen,
schreiben wir sie als
![$\displaystyle W_{\text{Kopplung}}\,[A,x]=-\frac{q}{c}\int\!d^4y \, \int\! ds\, \frac{dx^l}{ds} \delta^4{(y-x(s))} A_l(y)$](img1635.png) |
(5.160) |
und lesen den elektromagnetischen Strom als Variationsableitung
(5.122) ab
 |
(5.161) |
Wählen wir in diesem reparametrisierungsinvarianten Ausdruck speziell die Parametrisierung
,
so können wir mit der
-Funktion
die Integration ausführen und erhalten
für die elektrische Ladungs- und Stromdichte des Punktteilchens mit Bahnkurve
 |
(5.162) |
Die Strom- und Ladungsdichte erzeugt gemäß (5.81) das nach Liénard und Wichert benannte Viererpotential
 |
(5.163) |
Dabei haben wir, um das Argument des Potentials
nennen
zu können, die Weltlinie des Teilchens mit
bezeichnet und kürzer
für
sowie
für die Differenz
geschrieben. Genauer gesagt zeigt
von der
Ursache zur Auswirkung: von dem Ereignis
, in dem die Weltlinie des Teilchens den
Rückwärtslichtkegel von
durchläuft, zum Ereignis
, dessen Potential das Teilchen bewirkt.
Für die folgenden Rechnungen verwenden wir einfachheitshalber ein Maßsystem mit
und unterstellen, daß die Weltlinie mit der Eigenzeit parametrisiert ist,
 |
(5.164) |
Die Eigenzeit auf der Weltlinie,
, definiert die Zeit
, die ein Beobachter bei
mit Licht von
gerade auf der Uhr des Teilchens ablaufen sieht. Sie hat überall auf dem
Vorwärtslichtkegel von
den Wert
. Der Differenzvektor
hängt auch über
von
ab, er ist lichtartig und zukunftsgerichtet,
 |
(5.165) |
In räumliche und zeitliche Komponenten aufgespaltet, gilt
 |
(5.166) |
wobei
den Abstand und
den Richtungsvektor von der Ursache zur Auswirkung bei
bezeichnet. Die Vierergeschwindigkeit ist
. Folglich ist
das Skalarprodukt
 |
(5.167) |
Die Ableitungen von
bestimmen wir durch Ableiten von
,
 |
(5.168) |
Hierbei hat der Vierervektor
die Zerlegung
 |
(5.169) |
Damit können wir die Ableitungen von
und
durch die Viererbeschleunigung
 |
(5.170) |
und die bisher eingeführten Größen ausdrücken,
Wir erhalten so die Feldstärken
Insbesondere besagt dies für das elektrische Feld,
,
 |
(5.173) |
Sein beschleunigungsunabhängiger Teil fällt mit
ab und zeigt nicht in Richtung
von
der Ursache, dem retardierten Ereignis
zur Auswirkung bei
, sondern in
Richtung von
, weg von dem Bestimmungsort
,
den das Teilchen mit gleichförmiger Geschwindigkeit
in dem Augenblick erreichen
würde, in dem es sich bei
auswirkt.
Der beschleunigungsabhängige Teil, das Strahlungsfeld, fällt wie
ab und ist senkrecht
auf der Richtung
von der Ursache zum Ort
.
Das Magnetfeld des Teilchens steht senkrecht auf
und
. Denn es ist
und
 |
(5.174) |
Die Energiestromdichte
des Strahlungsfeldes zeigt
in Richtung
von der Ursache weg: eine beschleunigte Ladung strahlt Energie ab.
Allerdings strahlt Ladung nicht, die, gleichmäßig auf einen Kreis verteilt, ihn mit
konstanter Winkelgeschwindigkeit durchläuft. Ein konstanter Kreisstrom erzeugt statische Felder.
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