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Fermatsches Prinzip, Brechungsindex
Lichtstrahlen, die Weltlinien, die von Lichtpulsen durchlaufen werden,
genügen dem Fermatschen Prinzip der frühesten Ankunft [47].
Von allen lichtartigen, zukunftsgerichteten Weltlinien, die ein Ereignis
durchlaufen und
danach eine genügend benachbarte, zeitartige Weltlinie
schneiden, kreuzt
der Lichtstrahl die Weltlinie
am frühesten.
Wir zeigen das Fermatsche Prinzip zunächst für
den Fall, daß die Metrik und die Lagrangefunktion von Lichtstrahlen (6.39)
folgende Summe
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(6.59) |
ist, wobei
,
, nicht von
abhängt. Dann entkoppeln die
Geodätengleichungen für
und den räumlichen Teil
. Er ist eine geodätische Linie
der räumlichen, zeitunabhängigen Metrik
und macht die Wirkung
![$\displaystyle W[\vec{x}]= \int\! ds\, \sqrt{-\tilde{g}_{ij}\dot{x}^i\dot{x}^j}$](img1815.png) |
(6.60) |
stationär. Auf lichtartigen, zukunftsgerichteten Weltlinien gelten
und
, also
 |
(6.61) |
Demnach ist für lichtartige Weltlinien die Wirkung
die Differenz der
Koordinatenzeiten, die zwischen Start
und
Ziel
vergeht.
In der Metrik (6.59) durchläuft bei gleicher Startzeit
von allen lichtartigen Weltlinien die geodätische Linie diejenige Bahn vom Start zum Ziel,
die am frühesten eintrifft.
Das Argument gilt auch bei konform statischen Metriken,
 |
(6.62) |
die bis auf einen konformen Faktor
mit der Metrik (6.59) übereinstimmen,
weil bei konform verwandten Metriken,
und
, die
Lichtkegel gleich sind und sich Lichtstrahlen nur durch ihre Parametrisierung unterscheiden.
Dies wiederum gilt, weil das Christoffelsymbol
von
durch
 |
(6.63) |
mit dem Christoffelsymbol
von
zusammenhängt. Für
den Lichtstrahl folgt
 |
(6.64) |
wobei wir
als Funktion des Bahnparameters
auffassen.
Der letzte Term verschwindet, weil
lichtartig ist.
Der vorletzte Term ist ein Vielfaches des Tangentialvektors und kann durch eine Reparametrisierung
absorbiert werden: lesen wir die
Ableitungen als Ableitungen von
, so haben die Terme die Form
 |
(6.65) |
Die letzte Klammer verschwindet, wenn der Bahnparameter
als
 |
(6.66) |
gewählt wird. Gilt also die Geodätengleichung für Lichtstrahlen
bezüglich der
Metrik
, so erfüllt
sie für die Metrik
.
Folglich genügen Lichtstrahlen in jeder konform statischen Metrik,
zum Beispiel in der Schwarzschildmetrik, dem Fermatschen Prinzip.
Jede kugelsymmetrische, dreidimensionale Metrik
(F.21)
ist in geeigneten Koordinaten, den isotropen Koordinaten,
bis auf einen konformen Faktor
euklidisch
 |
(6.67) |
 |
(6.68) |
wie man einfach mit
und
bestätigt.
Bei einer konform statischen, kugelsymmetrischen Metrik (6.62) ist
die
Lichtgeschwindigkeit
 |
(6.69) |
Solch eine Metrik wirkt sich auf die Bahnen von Licht so aus wie
im flachen Raum ein optisches Medium mit Brechungsindex
und Wirkung
.
Für die Schwarzschildmetrik (6.15) ergibt sich
 |
(6.70) |
 |
(6.71) |
Wir wählen die Integrationskonstante
so, daß
mit
für große
übereinstimmt,
 |
(6.72) |
Dann gilt umgekehrt
oder
 |
(6.73) |
und die Schwarzschildmetrik hat in diesen isotropen Kugelkoordinaten
die Form
Die Gravitation der Zentralmasse wirkt sich in diesen Koordinaten auf die
Bahnen von Licht so aus wie im flachen Raum ein Medium mit Brechungsindex
,
 |
(6.75) |
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